Donnerstag, 21. November 2013

Verächtliches Schnauben

Wir bieten unseren Studierenden einen kostenpflichtigen Dokumentendienst an, welcher von Zeit zu Zeit auch in Anspruch genommen wird. Eine Studentin hat 3 Artikel bestellt und 2 davon konnten wir ihr über diesen Dienst besorgen. Mein Kollege hat sie darüber informiert, dass die Artikel abholbereit sind und € 20,00 kosten (das hat er ihr auch schon VOR der fixen Bestellung gesagt).
 
Studentin: Ich habe eine Email von euch bekommen dass <<undefinierbares Gemurmel>>
Bibliothekarin: Ok. <<In der Annahme, dass es sich um diese Artikelbestellung handelt>>. Wie ist dein Name?
Studentin: XXX
Bibliothekarin: Danke. Hier sind die Artikel. Kosten: € 20,00.
Studentin: <<Verächtliches Schnauben>> und bezahlt sehr unwirscht die Kosten.
 
Ich dachte schon, der Kollege hat ev. vergessen zu erwähnen wieviel die Artikel kosten (ist zwar nicht seine Art, aber kann ja mal passieren), aber nein, er hat ihr das sogar MEHRMALS gesagt!
Hier sollte vllt. noch angemerkt werden, dass der Artikel, wenn er über die entsprechende Datenbank gekauft wird um die € 30 - 50 kostet und nicht € 10. Ich gehe davon aus, die Studentin dachte, wir verlangen aus Jux und Tollerei soviel, dabei ist das ein reiner Durchlaufpasten, an dem wir rein gar nichts verdienen. Im Gegenteil: Arbeitszeit und Druckkosten gehen zu unseren Lasten.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Hausverstand der BibliotheksbenutzerInnen

Dieser wird anscheinend vor der Türe abgegeben, sofern er überhaupt vorhanden ist. Vorhin kommt eine Nutzerin rein, hält brav ihre Karte vor das Lesegerät um das Drehkreuz zu öffnen und knallt so richtig schön dagegen. Wieso? Tja, weil das grüne Lämpchen nicht geleuchtet hat. Was macht sie? Sie knallt nochmals dagegen und nochmals und nochmals und nochmals. Und dass, obwohl ich schon gesagt habe, sie soll die Karte länger hinhalten - ohne auf meinen Hinweis zu reagieren, knallt sie nochmals dagegen. Ich: "Stop! Nicht gegen das Drehkreuz laufen!" Dazu muss man sagen, dass es kracht und piepst, wenn es nicht funktioniert, ist also nicht so, dass die Damen und Herren keinen Hinweis bekämen. Als sie dann endlich mitbekommt, dass ich was zu ihr gesagt habe (ich hab dann gestoppt und sie noch ein paar Mal dagegen laufen lassen), dreht sie sich um und sieht mich erwartungsvoll an. Ich: "Halte die Karte länger hin und warte bis das Licht grün leuchtet!". Was passiert: KNALL, KNALL, KNALL. Warum sag ich überhaupt was? Ich musste sie leider zu KollegInnen schicken, da ihre Karte anscheinend nicht freigeschalten war. Dennoch, wieso knalle ich gleich mehrmals gegen eine Barriere??? Ich bin einmal gegen eine automatische Schiebetüre gelaufen, da sich diese sehr langsam geöffnet hat. Das war vor über 14 Jahren und ist mir seither nie wieder passier. Wieso? Weil ich Barrieren ernst nehme und prinzipiell mit der Hand teste, ob sich diese bewegen lässt. Ist das so schwer?

Nachtrag: Ja, ist es. Soeben kam die nächste rein und knallte gegen das Drehkreuz. Anscheinend ist es in good old austria üblich einfach gegen Drehkreuze zu laufen. Ja, warum auch nicht.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Da muss man sich ja beeilen

Ein Student hat Bücher retourniert und meinte, ein Buch sei auch bereits vorgemerkt und abholbereit.
Bibliothekarin: Sorry, auf deinem Account sind weder Bereitstellungen noch Vormerkungen.
Student: Aha. Aber ich habe eine Mail bekommen.
Bibliothekarin: Wahrscheinlich ist die Frist bereits abgelaufen.
Student: Aha (wenn ich nur jedes Mal einen Cent für ein Aha bekommen würde). Wie lange habe ich denn Zeit, ein vorgemerktes Buch abzuholen?
Bibliothekarin: Das Buch ist 5 Tage bereitgestellt.
Student, etwas erschüttert aufgrund der Kürze und vorwurfsvoll: Da muss ich mich ja richtig beeilen!
Bibliothekarin: -

Gruppenarbeit in der Bibliothek

Zwei Damen saßen oben in der Galerie und unterhielten sich - zu ihrer Verteidigung - über Marketing-Dinge. Wie in den meisten Bibliothek üblich, sind auch bei uns laute Unterhaltungen untersagt, vor allem auf der Galerie, da hier alles doppelt so laut nachhallt.
Ich: Entschuldigt bitte, aber Gruppenarbeiten bitte nicht in der Bibliothek machen.
Studentin etwas brüskiert: Aha, und wo dann sonst?
Ich: In den Carrels im B-Trakt.
Studentin: Aja, genau.
 
Ich frage mich, in welcher Welt es in Ordnung ist, lautstarkte Diskussionen - auch wenn es Gruppenarbeiten sind - in einer Bibliothek zu führen? Auf jeden Fall nicht in meiner.

Freitag, 27. September 2013

Aso

Jedes Mal, wenn ich sage: "Die Tasche bitte draußen lassen." Bekommen ich als Antwort: "Aso."
WIESO?

Externe LektorInnen in der BIB ...

... wirken meist, als hätten sie so eine noch nie betreten, obwohl sie mehrere akademische Grade besitzen. Prinzipiell wird die Frage, welche sie vom BIB-Team beantwortet haben wollen, lautstark hinausposaunt. Dann werden Handtasche, Reisekoffer, Laptoptasche mit in die BIB genommen. Wenn man versucht, ihnen zu erklären, dass sie sie bitte draußen lassen sollen, fragen sie - natürlich - lautstark nach, ob das sein muss. Anschließend haben sie Probleme das Drehkreuz zu überwinden. Der Unterschied zwischen "blaublinkend" und "grünblinkend" ist ja auch wirklich nicht sehr groß. Dann, wenn es die Person endlich durch den Sicherheitscheck geschafft hat, steht sie vor dem Kopierer und hat keine Ahnung wie das Ding funktioniert. Während es ihr erklärt wird, läutet - wie nicht anders zu erwarten - das Handy in der Handtasche, welche aufgrund Mangels einer 1-€-Münze auf der Theke liegen geblieben ist. Um die Geschichte noch zu vervollständigen: die Kopierkarte ist natürlich auch nicht gleich rausgegangen, was wiederum zu einem verwirrten Blick und einer lautstarken Frage geführt hat ...

Freitag, 20. September 2013

Bibliothekseinführung für Incomings

Mein Kollege ist so nett und übernimmt meist die Bibliothekseinführung der Incomings. Die Incomings sprechen im Normalfall kein Deutsch, weshalb die Einführung auf Englisch ist - man sollte annehmen, dass sie entweder das eine oder das andere verstehen, wenn sie in ein deuschsprachiges Land kommen...
Wie jedes Jahr erklärt er in aller Kürze die Basics: Bibliothek, Ausweis, Kopierer, OPAC und TASCHEN SIND NICHT ERLAUBT. Steht auch alles auf dem Handout, sodass sie das auch nachlesen können. Wie jedes Jahr gibt es leider einige Incomings, die es dennoch nicht verstehen oder - und das ist meine persönliche Meinung - es einfach ignorieren und nicht verstehen wollen. Vorhin kam ein Incoming mit Rucksack rein und hat mich gleich mal ignoriert, nach dem Motto: Versteh ich nicht, also kanns mich auch nichts angehen. Das alleine finde ich schon ziemlich arrogant, aber ok. Ich stehe auf und begebe mich Richtung Incoming und weise sie daraufhin, dass sie den Rucksack draußen lassen muss. Sie sieht so erstaunt als wäre dies nur bei  uns so und sie hätte des noch nie gehört, da wir diese Regel erst seit einer Minute haben. Ich liebe es. Ich erkläre ihr also - langsam und deutlich - sie muss den Rucksack draußen lassen, entweder im Spind einsperren (hierfür benötigst du Münzen) oder du gibts mir den Rucksack. Okay, kommt von ihr.
Sie werkelt irgendwas rum und sagt auf einmal zu mir, dass sie den Korb (wo der Rucksack drinnen ist) nicht in den Spind bekommt. Yeah, ich liebe es. Ich erkläre ihr also, dass sie den RUCKSACK in den Spind geben soll und ggf. ihre Schreibunterlagen in den Korb geben kann und diesen mitreinnehmen kann. Aha. Ein eigenartiges Völkchen diese BibliothekarInnen, denkt sie sich wahrscheinlich. Sie nimmt den Rucksack und gibt ihn in den Spind und versucht das Kästchen zu verschließen. Tja, hatte ich die Münzen nicht erwähnt? Doch hab ich. Ich hab aber keine Münze!!! kommt von ihr. Ja, dann gib mir den Rucksack. Als ob ich das nicht schon vorhin gesagt hätte...

Notausgang - Missbrauch wird bestraft

Die Schilder "Notausgang" und darunter "Missbrauch wird bestraft" ist aus meiner Sicht aussagekräftig genug. Diese Woche hat mich eine Besucherin gefragt, ob man da rausgehen darf - hierzu muss man sagen, dass die Notausgangstüre eine Glastüre ist und dahinter versteckt sich von der Nachbarfirma ein kleines Gärtchen mit Bänken - und hat auf die entsprechende Türe gedeutet. Ich sage ihr - da ich annehme, dass sie nicht lesen kann: Nein, das ist ein Notausgang, rausgehen ist durch diese Türe nicht erlaubt. "Ach so, ich dachte halt, da dort Bänke stehen ..."
Leider ist sie nicht die einzige, die denkt, man darf dort rausgehen, da wir die Türe zum durchlüften verwenden, steht sie manchmal offen und da telefonieren und rauchen in der Bibliothek nicht erlaubt ist, denkt sich so mancher, dass er durch den Notausgang gehen kann und draußen sein Bedürfnis stillen kann. Die Bestraftung des Missbrauchs folgt sogleich: die Türe wird geschlossen und die Leutchen müssen eine schöne große Runde ums Gebäude drehen - manchmal auch bei Regen.

Donnerstag, 12. September 2013

Gebrauchte Bücher in der Bibliothek

Soeben sind zwei Erstsemester in die Bibliothek gekommen und haben vorweg lautstark verkündet, DASS sie Erstsemester sind. Ok. Kein Problem. Danke für die Vorwarnung.
Student: Gibt es hier gebrauchte Bücher zu kaufen?
Bibliothekarin: Ähem, ja, aber erst frühestens in einer Woche startet der Bücherflohmarkt.
Student: Ok. Und die Bücher - deutet auf die Regale - kann man die auch benutzen?
Bibliothekarin: Ja, sicher. Die sind auch entlehnbar.
Student: Ja, aber kann ich die kaufen?
Bibliothekarin ist ein wenig verwirrt...
Bibliothekarin: Nein, die Bücher kannst du maximal ausborgen, aber nicht kaufen - zumindest nicht bei uns.
Student: Aha, ok, kann ich die Bücher benützen?
XXX

Montag, 19. August 2013

Sommer-Gedächtnisverlust

Die Bibliothek hatte die letzten zwei Wochen aufgrund der jährlichen Inventur geschlossen. Keine Entlehnung. Keine Rückgabe. Mails und Telefonanrufe wurden natürlich - sofern möglich - beantwortet. Wie jedes Jahr, gaben wir den Hinweis, dass keine Mahngebühren während der Schließzeiten verrechnet werden und eine Verlängerung durchaus auch während der Schließzeit via OPAC möglich ist. Sollte es Probleme geben, soll er/sie sich an uns wenden.
Das Ergebnis: 24 E-Mails, in welchen ich gebeten werde die entlehnten Bücher zu verlängern, da ihnen gesagt wurde, dass eine Verlängerung via OPAC während der Schließzeit nicht möglich ist.
Ich finde es nach wie vor interessant, dass genau diese Studierenden prinzipiell an der Tür ziehen - auch wenn ein riesiges Schild mit "Geschlossen" dranhängt, und das gleich mehrmals. Aber sie nicht mal probieren, ob eine Verlängerung via OPAC doch möglich ist, was ja eigentlich viel kürzer wäre, als eine ewig lange Email an die BIB zu schreiben ...
 
Das letzte Mail hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt: am Samstag, den 03.08.2013 hat ihm eine Bibliothekarin gesagt, eine Verlängerung ist nicht möglich. Tja, offensichtlich haben wir ein großes Sicherheitsproblem, denn sowohl die BIB hat an Samstagen geschlossen sondern auch das gesamte Gebäude. Ich glaube, ich muss mal mit den Portieren sprechen, dass sie sich nicht mehr als Bibliothekarinnen verkleiden und Fehlinformationen geben ...

Freitag, 12. Juli 2013

Ferienöffnungszeiten

Heuer hatte ich mich dazu entschlossen, die BIB von 09.00 - 16.00 Uhr zu öffnen. Dies stand bereits zwei Wochen online, als der Newsletter an unsere Studierende ausgeschickt wurde, in welchem die Zeiten ebenfalls vermerkt waren. Natürlich haben sich ein paar Studierende beschwert. Allerdings nicht direkt sonder über das neue Lieblingsmedium "Facebook". Aufgrund vermehrten Druckes von verschiedenen Seiten, haben wir nun bis 19.00 Uhr geöffnet, da lt. eigenen Angaben die berufsbegleitenden Studierenden nur am Abend Zeit haben. Da die "Likes" so zahlreich ausgefallen sind, hatte ich schlaflose Nächte, wenn dann tatsächlich so viele Leute in der BIB sind, da der Abenddienst dennoch alleine ist. Tja, was soll ich berichten? Das höchste der Gefühle waren 4 Leute um 19 Uhr, welche zumindest brav gelernt haben. Von den Postern auf Facebook haben wir bis dato niemanden erblickt.

Freitag, 14. Juni 2013

Diplomarbeit drucken

Anruferin: Können Sie meine Diplomarbeit in der Bibliothek ausdrucken?
Bibliothekarin: Sie können vorbeikommen, sich auf einen PC einloggen und das Dokument direkt an den Drucker schicken - mit Ihrer CampusCard.
Anruferin: Aha, das heißt, Sie drucken mir das nicht aus?
Bibliothekarin: Nein. Sie müssen das Dokument selbst ausdrucken.
Anruferin: Naja, es wäre halt eine Zeitersparnis, wenn Sie das für mich ausdrucken würden.
Bibliothekarin: Tut mir leid, das geht leider nicht. Aber Sie können beim Buchbinder fragen, ob er die Arbeit gleich ausdruckt, wird wahrscheinlich ein wenig teurer werden ...
Anruferin: Aha, naja, ok. Aber es wär eine Ersparnis gewesen ...

Mittwoch, 12. Juni 2013

Diplomarbeit drucken

Anrufer: Ich rufe wegen den Diplomarbeiten. Ich habe gehört, ein Kollege hat sie direkt mit USB-Stick zu Ihnen gebracht um sie drucken und binden zu lassen. Kann ich das auch, oder muss ich sie ausgedruckt bei Ihnen vorbeibringen.
Bibliothekarin: Sie telefonieren mit der Bibliothek. Wir drucken und binden keine Diplomarbeiten. Ich geben Ihnen gerne die Durchwahl zum Buchshop.
Anrufer: Oh, achso, Danke!

Derselbe Anrufer hat ca. 2 Stunden später nochmals angerufen und das Gespräch mit genau dem gleichen Satz begonnen ...

Freitag, 31. Mai 2013

Der Dauerbrenner

Fenstertag. 1. Telefonanruf um 09.11.
 
Anrufer: Ich habe eine Mahnung erhalten. Ich kann die Bücher über den OPAC nicht mehr verlängern!!! Können Sie das bitte für mich tun?!?!?!?!?!
Bibliothekarin: Leider nein. Sobald Gebühren angefallen sind, ist eine Verlängerung nicht mehr möglich. - Ich fürchte, das war nicht die gewünschte Antwort...
 
2. Anruf folgt auf dem Fuß.
Anruferin: Ähem, ja, ich wollte eigentlich nur wissen, ob Sie heute offen haben.
Bibliothkarin: Ja, wir haben heute regulär geöffnet.
Anruferin: Ahja, weil ich möchte ein Buch zurückbringen. Wie lange haben Sie den offen.
Bibliothekarin: Bis 21.00 Uhr. Ganz normal.
Anruferin: Aso. Ja, ich komme eh schon am Vormittag so gegen elf vorbei ...
 
3. Anruf kommt unmittelbar darauf (als ob sie alle nur gewartet hätten, dass es 09.00 Uhr wird).
Anrufer: Ähem, ja, ich habe ein Buch vorgemerkt und wollte wissen wie lange es vorgemerkt ist, weil ich brauche es dringend und es ist noch eine andere Vormerkung drauf ...
Bibliothekarin: Das Buch an sich ist ein halbes Jahr vorgemerkt, bereitgestellt ist es für 5 Tage, wenn es zurückkommt. Aber Sie sind der 4. in der Reihe, kann also ein wenig dauern.
Anrufer: Ach so, ja, und wie lange? Weil ich brauche das Buch dringend.
Bibliothekarin: Kann ich leider nicht genau sagen, kommt auf die EntlehnerInnen an, ob sie es rechtzeitig zurückbringen oder nicht.
Anrufer: Hm, ja, danke ok.
 
5 Minuten später, der gleiche Anrufer nochmals:
Anrufer: Ja, ich wollte fragen, ob Sie das Buch vllt. in einer nicht entlehnbaren Fassung haben?
Bibliothekarin: Leider nein. Aber vllt. haben es andere Bibliotheken. Ich sehe kurz nach.
Anrufer: Hab ich schon, aber bei der WU sind auch alle entlehnt. Und ich brauche es DRINGEND!!!

Freitag, 17. Mai 2013

Unverschämt

Gerade eben habe ich mich einsortieren der Bücher entdeckt, dass zwei Bücher neben der Buchstütze hingestellt worden sind. Ein Buch davon ist von Lamnek mit blauem Einband und es stehen weitere zehn Exemplare davon am Regalbrett, also mehr als offensichtlich - selbst für Leute die des Alphabetes nicht mächtig sind - wo das Buch hingehört. Dazu muss ich sagen, dass die Dame, welches dies dorthin gestellt hat, zwanzig Minuten vorher etwas säuerlich war, weil sie nur fünf Bücher statt gefühlten zwanzig ausborgen durfte. Zwei der Bücher, welche sie nicht ausborgte, waren die vorhin erwähnten, einfach hingestellten Bücher ...

BibliothekarInnen können NICHT Gedankenlesen

Studentin: "Entschuldigung."
Bibliothekarin: "Ja, bitte?"
Studentin: Schweigen und Starren. - Ich liebe es.
Bibliothekarin: Schweigt und starrt zurück. Studentin findest es anscheinend etwas unheimlich.
Studentin:"Ähm, ich habe ein Magazin vorgemerkt."
Bibliothekarin: "Ja." - Ihr erinner euch? Genau. Ich beantworte keine Feststellungen. Davon abgesehen, ist mir langweilig, weshalb ich sie ein wenig schwitzen lasse.
Studentin: "Ich habe ein Magazin vorgemerkt."
Bibliothekarin: "Ja."
Studentin wird bereits etwas nervös.
Studentin: "Das würde ich gerne abholen."
Bibliothekarin: "Ja."
Studentin nennt irgendeinen Namen.
Bibliothekarin schweigt.
Studentin: "Brauchen Sie dazu die Nummer?"
Ich weiß zwar nicht welche Nummer sie meint, aber ich bin ja mal nicht so.
Bibliothekarin: "Nein, aber ihren Ausweis."
Studentin, sichtlich erleichter, reicht mir ihren Ausweis. Als ich das von ihr bereigtstellte "Magazin" hole, sehe ich, dass es eine Diplomarbeit AUS dem Magazin ist... Das ist mir in letzter Zeit bereits ein paar Mal aufgefallen, dass die Leute denken, wenn bei Standort "Magazin" steht, es ein Magazin/eine Zeitschrift ist ...

Donnerstag, 16. Mai 2013

Peinlich berührt

Eine Studentin wollte etwas kopieren und ich hab schon gehört, dass etwas nicht stimmt. Nach gefühlten dreihundert Mal nochmal aufs Knöpfchen drücken, spricht sie mich an ...
Studentin: "Entschuldigung, aber da stimmt was nicht. Er (der Kopierer) zeigt mir immer Zählerlimit an, dabei hab ich doch erst Geld aufgeladen!"
Ja, genau das hab ich mir gedacht, als ich ihr zugesehen hab.
Bibliothekarin: "Die Karte steckt falsch. Der Chip muss nach oben, damit die Daten ausgelesen werden können."
Studentin wird ganz rot und wispert ganz leise: "Nein! Das tut mir so Leid! Das weiß ich eh, ich hab die Karte falsch reingesteckt!!! Es tut mir soooooo Leid!!!"
 
Und das, obwohl ich nicht mal böse geguckt habe ...

Ordnung in der Bibliothek

Gerade eben waren zwei Bibliotheksbesucher hier, welche vor meiner Theke standen um etwas zu entlehnen. Normalerweise quatschen die Studenten miteinander oder starren mich an, in der Hoffnung das alles schnellr geht. Aber nicht diese beiden. Die beiden standen da und warfen staunende Blicke Richtung Regale ...
Besucher: "Alles so schön geordnet."
Bibliothekarin: "Entschuldigung, wie bitte?" - Ich hatte nur halb hingehört, da ich mit entlehnen beschäftigt war.
Besucher: "Die Bibliothek! Die Bücher! Alles so schön geordnet!!!"
Bibliothekarin: "Ähem, ja, sicher, sonst wärs ja ein wenig mühselig für euch die Bücher zu finden?!"
Besucher: "Ja, eh. Aber TROTZDEM!!!"
 
Mit den beiden hatte ich ohnehin schon vorher meine Spaß, als sie zu meiner Theke kamen und mich nach einem Buch fragten. Denn der eine sagte vorher zum anderen: "Die weiß sicher ohne nachzuschauen wo das Buch steht!".
Tja, vielen Dank für das Vertrauen in mein Gedächtnis, aber leider ist mir der Überblick ein wenig verloren gegangen. ; )

Mittwoch, 8. Mai 2013

Läufiges Jahr

Eine Studentin näherte sich soeben meinem Kollegen und fragte, wo denn die Diplomarbeiten stehen. Hilfsbereit wie er ist, kam natürlich sofort die Antwort : "Die Diplomarbeiten vom läufigen Jahr stehen hinten im Regal." Er hat sich selbstverständlich sofort ausgebessert, als er gemerkt hat, dass aus laufend "läufig" geworden ist ...

Dienstag, 16. April 2013

Tasche im Bibliothekskorb

Wie in so ziemlich jeder Bibliothek ist es auch bei uns nicht gestattet die Taschen in den Freihandbereich mitzunehmen. Damit die BesucherInnen ihre ganzen Habseligkeiten nicht in bloßen Händen tragen müssen, bieten wir ihnen Plastikkörbe an. So manch einer versteht jedoch nicht den Sinn und Zweck eines Korbes und stopft - und ich meine stopfen - in den Korb und geht dann mit Tasche im Korb in den Freihandbereich. In solchen Situationen - und es kommt häufiger vor als man denkt - frage ich mich immer, was im Kopf eines/r BesucherIn vorgeht, wenn er das macht ...

Montag, 15. April 2013

Garderobenpflicht - ein ewiges Thema

Ich finde es ja immer wieder amüsant, wenn unsere Studierenden in den Freihandbereich hinein gehen und dabei ihre Taschen und Rucksäcke mit ihren  Jacken verdecken, damit sie diese nicht abgeben müssen. Gerade eben rauscht eine solche junge Dame bei mir vorbei und stellt sich zum Online-Katalog. Da mir gerade langweilig ist und ich kein anderes Opfer habe, spreche ich sie darauf an:
Bibliothekarin: "Entschuldigung, aber wir haben hier Garderobenpflicht, die Tasche bitte draußen abgeben bzw. im Spind verwahren." - Um das ganze ganz deutlich zu machen, deute ich dabei auf ihre Tasche, da ich bereits weiß was kommt.
Studentin: "Die HANDTASCHE???" - Sag ichs nicht. Handtaschen sind anscheinen keine Taschen. Wobei diese "Handtasche" schon fast eine Reisetasche war. Aber bitte.
Bibliothekarin: "Ja, auch die Handtasche. Taschen sind generell nicht erlaubt in der Bibliothek."
Grummeliger Abgang der Studentin. Ganz recht war ihr das natürlich nicht.
 
Am Vormittag hatte ich ein ähliches Erlebnis. Wieder handelt es sich um eine junge Dame mit sehr prall gefüllter Handtasche. Ich weise höflich daraufhin, dass die Tasche draußen bleiben muss:
Bibliothekarin: "Die Tasche bitte draußen lassen, wir haben Garderobenpflicht."
Studentin: "Ja, aber ... das sind meine GANZEN Sachen drinnen! Unterlagen, die ich unbedingt zum arbeiten brauche!!!" - Wir haben quasi Tränen in den Augen ...
Bibliothekarin: "Du kannst deine Sachen in den Korb geben und den mitnehmen, aber die Tasche bleibt bitte draußen!"
Studentin: "Achso, na dann. Super, danke!"

Freitag, 5. April 2013

Das hat mich jetzt leicht nervös gemacht ...

Student: "Jetzt muss ich mich beeilen, denn Sie sind nicht mehr lange da."
Bibliothekarin: "Wir sind heute bis 21.00 Uhr da."
Student: "Ja, die Bibliothek, aber nicht SIE!"
Ok. Das macht mich nervös. Ein Student, der weiß wie lange ich freitags hier bin, der kurz rausgeht um wer weiß was zu holen nur weil ich da bin. Ich befürchte schlimmes (schuld daran sind diese dämlichen Thriller ...).
Einige Minuten später kommt der Student wieder und drückt mir eine Packung Merci in die Hand.
Student: "Ich wollte mich bei Ihnen bedanken!" Ok, das kommt nicht oft vor.
Bibliothekarin ist tatsächlich sprachlos, weil sie sich nicht erinnern kann wofür. Ich frage ihn nach dem Grund.
Student: "Vor zwei Jahren habe ich ein Konzept für die Aufnahmeprüfung geschrieben und benötigte eine Diplomarbeit aus dem Archiv und da es bereits am Freitag nach 15 Uhr war, war eine reguläre Vormerkung nicht mehr möglich. Sie waren so nett und haben die Diplomarbeit dennoch für mich raufgeholt. Das war echt nett von Ihnen und hat mir sehr weitergeholfen! Es tut mir leid, dass ich mich erst zwei Jahre später bei Ihnen bedanke!"
 
Ich habe mich bei ihm bedankt und entschuldigt, da ich mich leider nicht 100%ig an dieses Ergeinis erinnern kann. Es freut mich, dass wir anscheinend einen so guten Eindruck gemacht haben, dass er selbst nach zwei Jahren nicht darauf vergessen hat und sich nochmals bedankt hat! Es zeigt auch, dass wir neben unseren vllt. manchmal etwas anstrengenden (und undankbaren) BesucherInnen auch welche haben, die lediglich ein- oder zweimal Hilfe benötigten und anschließend in Vergessenheit gerieten, da sie wissen wie es in einer Bibliothek läuft und nicht ihre Manieren und ihren Hausverstand außerhalb der heiligen Hallen des Wissens vergessen!

Das ist ein Apfel

Unsere Bibliothek öffnet um 09.00 Uhr morgens und um 09.03 Uhr hatten wir schon wieder Stoff für einen Eintrag ...
Bibliothekarin: "Der Apfel bleibt bitte draußen. Speisen sind in der Bibliothek nicht erlaubt."
Student 1: "Das ist ein Apfel."
Bibliothekarin: "Und was machst du damit?"
Student 1: "Na, essen!"
Bibliothekarin: "Essen und Speisen ist in der Bibliothek nicht erlaubt. Der Apfel bleibt draußen."
Student 1: grummel grummel grummel
Student 2 verhält sich ruhig, da er denkt, er kommt mit seinem Jausensackerl bei mir vorbei ...
Bibliothekarin: "Deine Jause bleibt bitte ebenfalls draußen."
Student 2 ist ebenfalls verstimmt, packt seine Jause aber brav weg. Beide setzen sich in den 1. Stock. Ich bin begeistert, wenn ein Besuch bereits so anfängt, bedeutet dies meist nochmals Ärger. Nicht einmal zwei Minuten vergehen und wir hören bereits lautes Tratschen im 1. Stock. Stimmt ja, der 1. Stock zählt ja nicht zur BIB, deshalb kann man dort machen was man will.Von wegen. Nach fünf Minuten geht mein Kollege rauf.
Bibliothekar: "Bitte leise sein, wir können euch bis runter hören."
Student: "Können wir die Türe schließen?" - Er meint die Brandschutztüre welche von Raum A nach B führt. Die ist mit Absicht offen und zwar sicher nicht aus brandschutztechnischen Gründen ...
Bibliothekar: "Tja, viel Spaß beim schließen der Türe, die ist alarmgesichert und wenn sie unerlaubterweise geschlossen wird, geht der Alarm los." - Haha, das nenne ich schlagfertig! Die Gesichter hätte ich gerne gesehen. Aber sie waren dann wenigstens leise und habe die Türe offen gelassen ...

Ein charmanter Besucher

Gerade eben kam ein älterer Student und knallte gegen unser Drehkreuz und hat - wie es bei unseren BesucherInnen so üblich ist - einfach mit Gewalt dagegen gedrückt. Es ist ja auch wirklich sehr schwer die Anweisung "Halten Sie Ihre Karten über das PAD bis das Licht grün leuchtet", welche direkt neben dem Pad angebracht ist, zu befolgen.
Bibliothekarin: "Nicht mit Gewalt durchgehen!" - Das sag ich mittlerweile schon etwas lauter und etwas genervt, weil ich es nicht normal finde gegen ein Sperre zu drücken, welche offensichtlich nicht nachgibt.
Student: "Was heißt hier mit Gewalt?!"
Bibliothekarin: "Ihre Karte ist abgelaufen. Gehen Sie bitte rüber und lassen Sie sie aktualiseren."
Student: ärgerliches Seufzen.
 
Ein paar Minuten später kommt der Student mit seiner aktualisierten Karte wieder und betritt die Bibliothek. Er hat seinen Laptop in der Hand und möchte seine Karte einpacken. Er nimmt Kurs auf die Theke und schaut über die Theke drüber - das machen unsere BesucherInnen ganz gerne, wenn sie einen Kuli suchen. Wie es sich gehört, stehe ich auf und gehe nach vorne und frage:
Bibliothekarin: "Ja, bitte?"
Es vergehen ein paar Sekunden in der mich der Student etwas seltsam ansieht...
Student: "Ja, kann ich IHNEN helfen?" - Das hatte ich wirklich noch nicht.
Bibliothekarin: "Sie sind zu meiner Theke gekommen, weshalb ich Sie gefragt habe, ob ich Ihnen helfen kann. Brauchen Sie etwas?" - Zuckersüß.
Student: "Nein. Ich wollte meine Karte einpacken und musst mein Notebook ablegen. Die Alternative wäre gewesen es auf den Boden zu legen!" Grummel, grummel, grummel.

Update: Dieser Student kam zwei Wochen später zu mir und entschuldigte sich für sein uncharmantes Benehmen.

Mittwoch, 3. April 2013

Rückgabe, Vormerken, Entlehnen

Gerade eben hat eine Studentin ein Buch retourniert.
Studentin: "Kann ich es wieder entlehnen?"
Bibliothekar: "Jetzt nicht, da es vorgemerkt ist. Aber du kannst es ebenfalls vormerken und wirst dann informiert, wenn es für dich bereitgestellt ist."
Studentin: "Da müsste ich jetzt schnell nachhause flitzen - können Sie das für mich machen?"
Bibliothekar: "Nein, das musst du selber machen."
Studentin: "Ja, aber da müsst ich nachhause fahren." - Also ob wir keine PCs im Haus hätten bzw. unsere armen StudentInnen keine Smartphones ...
Bibliothekar: "Sorry, aber ich kann das Buch für dich nicht vormerken. Du kannst es über  unseren OPAC-PC machen."
Studentin: *seufz* Ergibt sich jedoch ihrem Schicksal ... ; )

Donnerstag, 28. März 2013

Ich habe gerade eben ...

... Zeitschriften vorgemerkt. Wann sind die da? Das ist auch so ein Satz, denn ich mindestens einmal am Tag zu hören bekommen. Dabei findet man überall die Info, dass wir zweimal am Tag (11.30 Uhr und 14.30 Uhr) ins Magazin gehen und die vorgemerkten Medien raufholen. Wenn also jemand um 11.47 Uhr zu mir kommt und mich fragt, wann seine gerade eben vorgemerkten Medien da sein werden, die korrekte Antwort. Gegen 14.30 Uhr. Und keine Minute früher.
 
Manche unserer NutzerInnen haben tatsächlich die Vorstellung, sie brauchen nur einen Link im OPAC anzuklicken und auf wundersame Art und Weise schwebt das gewünschte Werk direkt und in nullkommanix zu ihnen auf den Platz. Schön wärs. Dann hätte ich nicht gerade eben ein paar Kartons mit Zeitschriften holen müssen ...

Mittwoch, 27. März 2013

Eine Bibliothek ist keine Bank

Am Tag kommt mindest 10 mal die Frage:
"Können Sie wechseln?"
Und 10 mal am Tag kommt die Antwort:
"Nein, können wir nicht."
Die NutzerInnen, ein wenig uneinsichtig, antworten mit:
"Wieso nicht?"  - Meine Lieblingsfrage, weil ich ja jedem Rechenschaft schuldig bin.
"Aber ich habe kein Kleingeld für den Kaffeautomaten!" Ja, genau so überzeugt man mich.
"Und was mache ich jetzt?" - Ja, das sind schwerwiegende Probleme ...
"Das ist aber nicht euer ernst, oder?" - Wir belieben nie zu scherzen in finanziellen Angelegenheiten.
"Aber ich brauche eine Münze für den Spind, ansonsten muss ich meine Sachen mitreinnehmen!" - Diese Drohungen sind wirklich total erwachsen.
"Und ihr könnt mir wirklich nicht wechseln?" - Wiederholung der Frage, funktioniert nicht in der Bibliothek.
"Könnt oder wollt ihr mir nicht wechseln?" - Ein wenig von beiden.
"Aber ihr habt doch Münzen!!!" - Sehr aufmerksam.
Und mein absolut Favorit, auch wenn ies mich ein wenig nervös macht: unverständliches, aber leicht bedrohliches Gemurmel ...

Eingewickelte Zuckerl im Plastiksackerl

Vorweg - ich bin sehr stolz auf meine MitarbeiterInnen! Auch meine Abenddienste sind mittlerweile sehr streng und beherrschen die "Das ist kein Essen bzw. das ist sehr wohl ein Essen"-Diskussion bereits im Schlaf.
Vorgestern an der Infotheke.
Bibliothekarin: "Entschuldigung, aber die Zuckerl müssen bitte draußen bleiben."
Benutzerin: "Wieso?"
Bibliothekarin: "Speisen dürfen nicht mit reingenommen werden."
Die Dame ist darüber nicht gerade glücklich, vor allem da es ja nur eingepackte Zuckerl sind.
Benutzerin: "Ja, aber ..." - Anscheinend jemand, der diese Diskussion schon mit uns geführt hat und sich soeben daran erinner hat, dass es keinen Sinn macht zu sagen "Zuckerl sind kein Essen."
Benutzerin: "Hm, ja, und wenn ich eines auswickle und in den Mund stecke und reingehe?"
Nein, liebe LeserInnen, das ist kein Scherz. Auf dieses Niveau fallen wir öfters runter.
Bibliothekarin: "Du kannst gerne eines auswickeln und essen und reingehen, aber das Sackerl mit den Zuckerl bleibt dennoch draußen."
Gesagt getan. Ein kleiner Sieg für die Benutzerin ... ; )

Super - nicht im netten Sinne

Das Telefon klingelt.
Bibliothekarin: "XY, ja, bitte?"
Anruferin: "XY, ich habe eine Bitte - ein Studienkollege kommt heute zu Ihnen auf die Bibliothek, weil er etwas für seine Bachelorarbeit recherchieren muss, und da wäre es praktisch wenn er für mich gleich Bücher mitnehmen könnte. Ich würde ihm auch meine Karte mitgeben, damit er diese in meinem Namen entlehnten kann. Ist das möglich?"
Bibliothekarin: "Nein. Sie müssen die Bücher persönlich entlehnen."
Stille - wahrscheinlich in der Hoffnung, dass mich Stille fertigmacht und ich nachgebe.
Anruferin: "Na, super. Wirklich? Ich kann ihm nicht einfach meine Karte mitgeben und er entlehnt die Bücher auf meinen Namen?".
Bibliothekarin: "Nein. Eine Entlehnung kann nur persönlich erfolgen."
Wieder Stille.
Anruferin: "Super." - Stoßseufzer - als ob das etwas bringen würde. "Ach, naja, hm, super." - Die Elite von Morgen, das beruhigt einen doch immens, oder? "Dann Auf Wiedersehen!"
Biblithekarin: "Auf Wiederhören!"

Freitag, 15. März 2013

Das ist Magie!

Diese Woche war ein deutsches Studenten-Pärchen bei uns in der BIB und wollte eine Diplomarbeit kopieren. Kein Problem. Ich hab unseren Lieblingsnachbarn erklärt, dass sie draußen einen Bankomaten habe und sie dort ihren Quickchip aufladen können. Sie sind raus und nach fünf Minuten wieder zurückgewesen, jedoch mit einer Facultas-Kopierkarte. Die funktioniert jedoch nicht bei unseren Geräten. Man benötigt entweder eine Studenten/Mitarbeiterkarte oder eine Bankomatkarte mit Quickchip. Das hab ich ihnen nochmal erklärt. Aha, meinten sie und sahen mich an wie die berühmten Maikäfer wenn es blitzt. Also gut, denk ich mir, biste halt nicht so und zeigst ihnen, wie sie den Quickchip aufladen. Mmh. Hab ich gedacht, hat aber nicht funktioniert. Die deutschen Bankomatkarten haben zwar den Chip, jedoch ist dieser nicht wirklich aktiviert. Als ich mit dem Mädl reingegangen bin hat sie ihren Freund gesehen und zu ihm mit erfürchtiger Stimme gesagt: "Stell dir vor, die können den Chip da hinten auf der Karte mit Geld aufladen!" Ja, das ist eben reinste Magie, wie eine Freundin mal zu mir gesagt hat ...

Bibliotheksverbot

Ich halte eigentlich nichts davon, Menschen den Zugang zu einer Bibliothek zu verwehren. Aber am vor zwei Jahren musste ich dann doch - das 1. Mal - einer Person Bibliotheksverbot erteilen:
Angefangen hat alles bereits ein paar Wochen zuvor, als ein Mann mit Rucksack einfach rein in die BIB gelaufen ist. Mein Kollege hat ihn höflich und nett darauf hingewiesen, dass bei uns Garderobenpflicht herrscht, woraufhin dieser immer lauter geworden ist und sich über das Rucksackverbot beschwert hat. Immerhin ist dieser ja so voll, da kann man ja eh nichts mehr stehlen und drinnen verstecken. Ich hab mich dann in die Diskussion eingemischt - ebenfalls etwas lauter und den Mann darauf hingewiesen, dass er auch gerne wieder gehen kann. Er hat sich mehr oder weniger beruhigt, die Sachen im Spind verwahrt und sich rauf in den 1. Stock gesetzt - um fünf Minuten später lautstark zu telefonieren. Unnötig, zu erzählen, dass auch Telefonierverbot herrscht, in der BIB ...
Der Kollege hat ihn gebeten dies zu unterlassen, da es ja nicht erlaubt ist. Damit war auch Ruhe.Vorerst. Er ist nämlich erst nach mehrmaliger Aufforderung um zehn nach neun gegangen. Die BIB schließt um 21 Uhr. Die weiteren Tage sind ziemlich ruhig verlaufen. Einige Zeit später, hat es ein Abendmädl erwischt, die das Kerlchen eh auch schon kannte. Der Gute hat ziemlich wüst vor sich hingeschimpft und keine Ruhe gegeben. Deshalb ist die Kollegin rauf und hat ihn gebeten leise zu sein. Das ging ein paar Mal hin und her - nicht ohne Beschimpfungen seinerseits - bis er dann gottseidank gegangen ist. Das wir uns öfters beschimpfen lassen müssen ist nichts neues, aber dass die Kollegin dann doch auch etwas Angst hatte, hat mich wiederum beunruhigt. Das kann nämlich wirklich nicht sein.
Deshalb haben wir ihn am Freitag abgewartet. Leider ist er gleich rauf auf die Lesegalerie wo er sich niedergelassen hat. Als ich dann wieder Selbstgespräche gehört hab, bin ich rauf und hab gefragt ob alles in Ordnung ist. Die barsche Antwort folgte sogleich: "Darf man nicht mal mehr reden?" "Nein, nicht in der Bibliothek, vor allem nicht wenn es bis runter hallt!", meine eindeutig charmantere Antwort, als die, die ich eigentlich auf den Lippen hatte. Ich wollte seinen Studentenausweis sehen um herauszufinden ob er zu uns gehört oder dem anderen Unternehmen, welches bei uns im Haus die Vormachstellung hat. Den wollte er mir nicht zeigen (weil er gar keinen hat), aber seinen Namen konnte ich ihm entlocken. Er ist immer lauter geworden, woraufhin ich ihn bat die BIB zu verlassen. Das hat er nicht. Somit haben wir uns die Portiere zur Hilfe geholt - zuerst einen, dann zwei. Nach weiteren ca. 15 Minuten hatten sie ihn soweit, dass er endlich geht - allerdings hatte er da bereits von mir das Bibliotheksverbot erhalten. Jedoch wollte er sich zuerst noch beschweren gehen - beim Beschwerdemanagement. Er ist dem einem Portier - der ihm bereits Hausverbot erteilt hatte - entwischt und rauf in den 2. Stock. Der Kollege hatte inzwischen die Polizeit geholt, jedoch haben diese unseren Störenfried um wenige Minuten verpasst. Leider. Das Beste kommt aber noch. Dieser doch sehr auffälige Bibliotheksbenutzer ist bereits bekannt beim Beschwerdemanagement. Doch er ist ja eigentlich eh friedlich, und in der Hand haben wir gegen ihn auch nichts, deshalb haben sie das Hausverbot aufgehoben und ihm erlaubt, sich im ganzen Haus aufzuhalten. Ist ja nicht so tragisch das Ganze. Dem Portier ist dabei natürlich auch leicht der Kragen geplatzt. Aber wenigstens ist das SEIN Unternehmen und nicht das meinige. Das Bibliotheksverbot ist noch immer aufrecht. Und die Kollegen von der Polizei meinten, wenn er wieder auftaucht, sollen wir sie sogleich holen. Jihaaa. Wenigstens waren die anderen Nutzer dann ganze brave Lämmchen.
 

Journals vs. E-Books

Wir haben seit einigen Jahr Springer E-Books lizenziert. Die Betonung liegt auf "E-Books", KEINE Journals. Dies habe ich sogar beim entsprechenden Link vermerkt, dass wir nur E-Books führen und keine Journals.
Er: "Ich kann den Volltext nicht öffnen! Ich brauche den Artikel und auf Moodle steht, dass wir Springer haben!!!"
Ich: "Ja, aber nur E-Books, keine Journals!"
Er: "Jaja, aber ich kann den Artikel nicht öffnen!"
Ich: "Ja, weil wir von Springer nur E-Books lizenziert haben und keine Journals und somit auch keinen Zugriff auf Artikel haben."
Er: "Wirklich? Keine Journals???" - Was soll man da noch sagen???
 
Sie: "Springerlink funktioniert nicht."
Ich: "Was genau funktioniert nicht? Können Sie sich nicht von extern einloggen oder ist die Seite nicht abrufbar."
Sie: "Ich kann den Volltext nicht öffnen."
Ich: "Ist es ein E-Book oder ein Journal."
Denkpause.
Sie: "Ein E-Book." - Ja, klar.
Ich: "Sind Sie sicher? Wir haben keine Zugriff auf Journals von Springer. Lediglich auf die E-Books."
Sie: "Ja, ich bin mir sicher." - Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ja, klar.
Ich: "Okay, können Sie mir den Titel sagen, sodass ich nachsehen kann, ob wir auf den Titel Zugriff haben und ob der Zugriff funktioniert?"
Sie: Ja, klar: "Journal of blablabla".
Ich: "Das ist ein Journal?".
Sie: "Ja. Und ich brauche diesen Artikel."
Ich: "Ok. Aber den können Sie nicht über uns abrufen."
Sie: "Wieso nicht? Sie haben doch Springer lizenziert!!!"
Ich: "Ja, das ist korrekt. Knapp 5.000 Springer E-Books. Keine Journals. Weshalb Sie auch keinen Zugriff auf diesen Artikel aus dem Journal of blablabla haben.
Sie: "Wirklich? Ich kann auf die Journals von Springer nicht zugreifen?"

Gemurmel am Infodesk

Diese Woche kam eine Dame, welche offensichtlich keine Angehörige unserer Institution ist in die Bibliothek und stellte sich an die Theke. Wie es sich gehört, springe ich auf und frage sie, wie ich ihr helfen kann:
Sie: "Haben Sie einfdslkfjö?" - Sorry, ich habs wirklich nicht verstanden.
Ich: "Wie bitte?"
Sie: "Haben Sie ein FAX?" - Schon etwas ungeduldig.
Ich: "Nein. Aber beim Portier draußen können Sie kostenlos faxen."
Sie: "grhdkjlr."
Kurze Pause.
Sie: "Wie ist das eigentlich, wer darf die Bibliothek benützen?" - Wieder lässt der Ton aus meiner Sicht ziemlich zu wünschen übrig.
Ich: "Lediglich Angehörige der XYZ".
Sie: "afgdsgksaöjdfioömcewitae". - Das Gemurmel war keine Einbildung meinerseits, der Kollege hat sie ebenfalls nicht verstanden. Was mich jedoch wirklich nervös gemacht hat, war, dass sich das Gemurmel etwas bedrohlich angehört hat ...

Kekse - wirklich?

Eine Besucherin hat ewig ihre Sachen ausgepackt und im Spind versperrt. Ich dachte mir schon, dass da sicher etwas im Busch ist und wartete bis sie alles zusammengekramt hatte und in die Bibliothek gehen wollte. Was hatte sie in ihren Händen? Block, Kuli, Marker, Kaffee und KEKSE! Sie grinst mich an und sagt "Hallo!", ich grüße zurück und sage "Speisen müssen draußen bleiben." "Welche Speisen." - Da wären wir wieder bei der Diskussion, ob auch Kekse Speisen sind ... "Die Kekse. Jede Arte von Speise muss draußenbleiben." "Wirklich? Das ist ja .... " Den Rest habe ich leider nicht verstanden, da sie ziemlich gemurmelt hat.

Mittwoch, 6. März 2013

Ungeduldige Bücherrückgabe

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass die BibliotheksbesucherInnen immer ungeduldiger werden und keine Sekunde warten können. Vor allem bei der Bücherrückgabe steigt die Ungeduld. Der/die BesucherIn kommt rein und schaut uns schon strafend an, da wir nicht gleich alles stehen und liegengelassen haben um seine/ihre Wünsche zu erfüllen. Wenn wir uns dann erheben (ca. 1 Sekunde nachdem der/die BesucherIn an das Pult getreten ist) und fragen, wie wir helfen können, kommt: "Ich möcht Bücher retournieren." Erst dann wird mühselig in der Tasche nach den Büchern gekramt und gekramt und gekramt ... Wenn die Bücher dann endlich gefunden werden, ernten wir einen bösen Blick, da die Rückgabe ja sooooooo lange dauert, weil wir bösen BibliothekarInnen die Bücher in den tiefen Taschen der BesucherInnen verstecken und nicht schon Stunden vorher zurücknehmen können, bevor diese überhaupt in die Bibliothek kommen ...

Freitag, 1. März 2013

Datenbanken mit Fernzugriff

Letztens in einer Bibliotheksschulung ...
Bibliothekarin: Wenn Sie von zuhause aus auf diesen Link klicken, haben Sie Fernzugriff auf die Datenbanken - ohne zusätzlichen Login können Sie somit von überall auf der Welt auf die Datenbanke zugreifen.
Studierende (welche tragischerweise tatsächlich aufgepasst hat): Aber Fernzugriff haben wir auf diese Datenbanken nicht?
B: Doch. Wenn Sie auf diesen Link klicken.
S: Was heißt eigentlich Fernzugriff? Dass ich nur über das Netz im Haus zugreifen kann?
B: Fernzugriff bedeutet, dass Sie auch von zuhause aus oder vom Ausland auf die Datenbank zugreifen, recherchieren und Artikel downloaden können.
S: Aha. Aber Fernzugriff haben wir nicht auf die Datenbanken???

Dienstag, 26. Februar 2013

Bibliothek vs. Druckerei

Kurz vor den Abgabeterminen der Abschlussarbeiten sind unsere BesucherInnen immer in totalem Ausnahmezustand und scheinen sämtliches Wissen, welches nicht direkt mit ihrer Arbeit zu tun hat, einfach zu vergessen. So auch gestern, als eine Besucherin zu uns kam und fragte: "Kann ich die Arbeit bei euch binden lassen?" "Nein. Wir sind eine Bibliothek und keine Druckerei. Das kannst du oben im Copyshop machen lassen." "Und wie funktioniert das?" - Es ist ja nett, wenn die Leute denken, dass BibliothekarInnen alles wüssten, aber leider ist das nicht so und wir sind auch keine Privatsekretäre, welche einem sämtliche Informationen zu jeden Thema raussuchen. "Sorry, keine Ahnung. Einfach raufgehen und fragen." "Ja, aber kann ich da einfach meinen USB-Stick raufbringen?" "Das kann ich dir leider nicht sagen, aber du kannst die KollegInnen oben jederzeit fragen." "Hach, naja, ok."

Klimaanlage runterdrehen

Da unsere Belüftung nicht so gut läuft, neigen wir dazu die stickige und schlechte Luft durch die Tür in den Garten zu entlassen - auch bei Minusgraden. Im vergangenem November war es wieder einmal soweit: wir öffneten die Tür um Frischluft reinzulassen. Keine Minute später steht plötzlich eine Besucherin vor mir und bittet mich die Klimaanlage runterzudrehen, denn auf einmal bläst diese ziemlich stark kalte Luft direkt auf sie. Hier möchte ich anmerken, dass ich quasi noch vor der geöffneten Türe stand, als sie mich dies fragte und sie genauen Blick auf diese besagte Türe hatte. Ich hab sie höflich und nett darauf hingewiesen, dass das nicht die Klimaanlage ist sondern die kalte, frische Luft von draußen. Sie hat mich sehr skeptisch angesehen, aber sich anscheinend mit meiner Antwort abgefunden (was anderes hätte sie auch nicht wirklich tun können).
Merke: Kalte, frische Luft kommt nicht immer aus der Klimaanlage ...

Montag, 25. Februar 2013

Unbeholfen

Etwas ängstlich nähert sich soeben ein Bibliotheksbesucher und hat offensichtlich eine Frage.
Bibliothekar: Ja, bitte?
Besucher: Können Sie mir helfen ein Buch zu suchen?
Bibliothekar: Ich helfe dir nicht nur das Buch zu suchen, ich helfe dir sogar es zu finden!
Leider haben unsere BesucherInnen nicht immer Sinn für Humor. ; )
Ich erkläre ihm also wie er über den OPAC das Buch suchen und dann im Freihandbereich finden kann. Er war schon an der richtigen Stelle, jedoch haben wir in dieser Kategorie die beiden unteresten Bretter freigelassen um ein wenig Reserve zu schaffen. Das Buch, welches er suchte, befand sich auf dem nächsten Regalbrett ganz oben ...

Montag, 18. Februar 2013

Lautes Flüstern

Die Problematik beim Kopieren oder Scannen von bereitgestellten Kopiervorlagen kann ich einfach nicht nachvollziehen. Es gibt so nette KollegInnen, welche einige Artikel für die Studierenden runterladen, ausdrucken und in einem Ordner abheften und dann bei uns für sie bereitstellen. Einfacher gehts ja wohl kaum, sollte der/die BibliothekarIn meinen. Dem ist aber nicht so. Zuerst muss darüber diskutiert werden, ob alles kopiert oder gescant werden muss. Dann stellt sich die Frage, ob die Kopie oder der Scan besser ist - am besten quer über den Servicebereich und über die Bibliothekarin die Dienst tut. Nach einem Protest meinerseits, kehrt wieder Stille ein, nur um zwei Minuten später am Kopierer die Diskussion fortzusetzen. Zu allem Überfluss wird der Arbeitsbereich der BibliothekarInnen gleich mit einbezogen, da es anscheinend sehr schwer ist, einen Stapel Papier aus der Mappe zu nehmen, die Mappe auf den Tisch NEBEN dem Kopierer zu legen und den Stapel Papier in den Kopierer zu schieben. Ja, sehr sehr schwer. Arme Studierenden. Ich finde es bewundernswert, dass Studierende ihr Studium trotz all dieser fast unüberwindbarer Hindernisse dennoch meistern.
 
Entschuldigt den Sarkasmus, aber der Abenddienst bringt nicht gerade den nettesten Menschen in mir zum Vorschein.

Frischluft ist böse

Heute waren sehr viele BesucherInnen in der Bibliothek. Dadurch sinkt erwartungsgemäß die Luftqualität. Da die Belüftung nicht so gut funktioniert, lüften wir auf die altmodische Art: wir öffnen die Tür in den Garten, da der Hauptteil der Kälte nur auf das Personal trifft. Die Fenster lassen wir geschlossen. Aber anscheinend haben - vor allem die RaucherInnen - ein immenses Problem damit, dass wir einmal pro Stunden für fünf Minuten durchlüften. Kann ich auch irgendwie verstehen: ewig lange draußen stehen und frieren um sündteuren Zigarettenrauch zu inhalieren. Und dann lüften die bösen BibliothekarInnen und lassen Frischluft und Kälte rein. Böse. Echt böse. Wir geloben Besserung.

Im Dunkeln munkeln

Vorhin sehe ich durch Zufall, dass im 1. Stock zwei Besucher sitzen. Im Dunkeln. Mal davon abgesehen, dass unsere Arbeitsplätze Tischleuchten haben, haben wir natürlich auch eine Deckenbeleuchtung, welche mit einen Lichtschalter eingeschaltet werden kann (diese sind auch gut sichtbar). Normalerweise aktivieren wir das Licht früh Morgens, aber die Sonne so schön scheint und es hell genug ist, bemühen wir uns nicht extra rauf. Die meisten BesucherInnen schalten das Licht selbst ein, aber die beiden heute sind tatsächlich im Dunkeln gesessen und waren etwas überrascht, als ich ihnen das Licht eingeschaltet habe ...

Donnerstag, 14. Februar 2013

Offene Tür?

Heute, um 08.44 Uhr, ertappe ich eine Studentin dabei, wie sie versucht die Tür zur Bibliothek mit ihrer Studentenkarte zu öffnen. Funktioniert natürlich nicht. Studierende können nur gewisse Türen mit ihrer Karte öffnen und mit Sicherheit nicht die Bibliothekstüre. Da mir diese Art von Unverfrorenheit absolut überhaupt nicht gefällt, bin ich gerade mal höflich, aber nicht wirklich nett, als ich sage: "Du kannst die Bibliothekstüre nicht mit DEINER Karte öffnen." Verständnisloser Blick - natürlich, was sonst. Ich erkläre ihr, dass sie nur Garderobenräume und den PC-Raum öffnen kann und die Bibliothek nicht. Und diese öffnet erst um 09.00 Uhr, da kann sie dann rein. Verständnisloser Blick ihrerseits und sie versucht NOCHMAL die Türe mit ihrer Karte zu öffnen. Ich erkläre das Ganze noch mal und sie scheint mich einfach nicht verstehen zu wollen. Ich öffne die Türe und sie will mit rein, nochmals: "Die Bibliothek öffnet erst um 09.00 Uhr." Aufeinmal hält sie mir ihren USB-Stick unter die Nase und sagt: "I've to print!". Also ein Incoming, deshalb der gar so verständnislose Blick. Na gut, dann eben auf englisch: "You can't lock the library with your card and library opens at 09.00 o'clock. Go upstairs to the PC room." Ratter, ratter, ratter, hör ich das Gehirn, als die Informaiton verarbeitet wird. Ob sie mich tatsächlich verstanden hat, kann ich nicht sagen, aber auf alle Fälle ist sie Richtung 1. Stock gedüst.
Diese Geschichte hat mich an einen anderen Vorfall ereignet, als die Bibliothekstüre bereits um 08.15 Uhr offen stand, da die Techniker einige Sachen hin- und hertransportiert haben. Auf einmal steht ein Student da und packt seelenruhig seine Sachen in den Spind und will sich reinsetzen. Als ich ihn darauf hinweise, dass wir noch nicht geöffnet haben, kommt prompt und ganz logisch: "Aber die Türe ist offen." "Mag sein," erwidere ich, "dennoch öffnet die Bibliothek erst um 09.00 Uhr". "Die Tür war offen!!!" Diese Logik ist fast nich zu bekämpfen. Dennoch: "Aja, genau, das heißt, wenn du siehst, dass um 06.30 Uhr die Türe vom BILLA offensteht, gehst du auch rein obwohl sie erst um 07.15 Uhr öffnen." "Ja, wenn die Türe offen ist." "Eine offene Tür ist keine Einladung. Und wenn ich dich schon darauf hinweise, dass wir noch nicht geöffnet haben und du noch immer nicht gehst, nenne ich das Hausfriedensbruch und kann auch gerne die Polizei verständigen, dass diese dich hinausbegleiten." Ein panischer Blick seitens des Studierenden, da ich diese Aussage nicht lächelnd sondern todernst gemacht habe. Das hat anscheinend gereicht, denn er hat seine Sachen gepackt und ist erst später wieder gekommen.

Montag, 11. Februar 2013

Eigenheiten der der BIB-BesucherInnen

Mein Kollege und ich sind besonders von jenen BesucherInnen angetan, welche sich ganz cool auf die Theke lehnen und uns dann ANSTARREN. Ja, anstarren und nicht ansprechen. Mir ist durchaus bewusst, dass es eine gewisse Hemmschwelle gibt Leute anzusprechen wenn sie arbeiten, aber jemanden minutenlang anzustarren ist nicht okay und macht mich zuerst etwas nervös und dann leicht agressiv.
 
Und da war es gerade eben wieder: "Ich habe ein Problem." Wie schön für ihn. Ich springe nicht darauf an und sehe den Besucher lediglich mit hochgezogenen Augenbrauen an.
"Ähem, ja, ich habe keiner Münzen mit!" Aha, ist nicht mein Problem und auch keine an mich gerichtete Frage. Kurz bevor das "Was mach ich jetzt" folgt, sage ich: "Du kannst zum Coffeeshop gehen und wechseln oder die Sachen zu uns reinstellen." Ich sehe das "Ratterratterratter" seines Gehirns direkt vor mir und kann es auch beinahe hören. "Ähem, was war das zweite nochmal?" "Du kannst die Sachen zu mir reinstellen." "Geht das?" Nein, deshalb habe ich es auch angeboten. Manchmal frage ich mich wirklich, wie so gewisse Persönchen durch das Leben kommen ohne von einer Ameise wegtransportiert zu werden.

Freitag, 8. Februar 2013

Freitag

Auftritt Student um 09.20 Uhr. Eine Tasche hängt lässig über der Schulter.
Bibliothekar: Die Tasche bitte draußen lassen.
Student: ---
Bibliothekar: Die Tasche bitte draußen lassen!
Student: ---
2. Bibliothekar: Die Tasche draußen lassen.
Student: Entschuldigung!
Student geht zu den Garderobenkästen, macht eines auf und stellt seine Tasche rein und versucht den Schlüssel zu drehen. Tja, funktioniert nicht. Wieso nur???
Student: Wie funktioniert das?
Bibliothekar: Du brauchst eine 1- oder 2€-Münze.
Student: Achso.
Student schafft es endlich in den Freihandbereich und begibt sich auf die Suche nach Bücher. Ca. 1 Minute später steht er wieder da.
Student: Wie find ich jetzt denn eigentlich die Bücher? Das hat uns eigentlich nie jemand gezeigt... (mit leicht anklagendem Tonfall).
 
Mein Kollege war so  nett und an sich seiner angenommen, weil ich hätte ihm unter Umständen den Kopf abgerissen.

Freitag, 25. Januar 2013

Habt ihr nächste Woche geöffnet?

Es stehen die Semesterferien vor der Türe, weshalb sehr viele MitarbeiterInnen im Haus auf Urlaub und nicht anwesend sind. Leider gilt das nicht für die Bibliothek. Da nach den Semesterferien die ersten Abgabetermine sind und die Studierenden gerade während der Ferien Zeit zu Schreiben haben, haben wir uns dazu entschlossen regulär geöffnet zu halten. Diese Woche standen andauernd NutzerInnen da oder riefen an und wollten wissen: "Habt ihr nächste Woche geöffnet?" "Ja, sonst  hätten wir ja die entsprechende Info ausgeschickt!" "Es hätte ja auch sein können, dass es technische Probleme gab und die Info nicht rausging." - Genau deshalb werden die Öffnungszeiten auf die Eingangstüre, neben der Entlehnstation und neben den Kopieren aufgehängt. Zusätzlich wird die Info auf der E-Learning-Platform gepostet UND via internen Newsletter verschickt. Soviele technische Pannen können gar nicht auftreten, dass die Information nicht ankommt...

Ich will nur kurz kopieren

Das ist eine vermeintlich gute Aussage unserer NutzerInnen um mit der Tasche in die Bibliothek zu gehen. Leider erlaubt weder der Akt des Kopierens noch die Kürze der Aufenthaltsdauer der Bibliothek die Mitnahme der Tasche. Aber was solls, probieren kann man es ja!

Mittwoch, 23. Januar 2013

A trained librarian is a powerful search engine with a heart

Datenbanken

Wie jede gut ausgestattete wissenschaftliche Bibliothek bieten wir natürlich auch jede Mengen Datenbanken an. Die Recherche in Datenbanken ist komplexer als in Google und bedarf doch mehr Aufmerksamkeit als so mancher Student aufbringen kann.
 
Besucher: "Ich kriege nur Abstracts, keine Volltexte!"
Bibliothekar: "Haben Sie in der Suchmaske "Volltext" angeklickt?"
Besucher: "Ja."
Bibliothekar: "Sind Sie sich sicher?"
Besucher: "Ja, natürlich!"
Da ich mir sicher bin, dass dem nicht so ist, gehe ich mit dem Besucher zu seinem PC und sehe mir das ganze an.
Bibliothekar: "Tja, da ist das Problem: Sie haben nicht "Volltext" angeklickt."
Besucher: "Sicher."
Bibliothekar: "Offensichtlich nicht."
Ich klicke "Volltext" und anschließend "Start" und siehe da, jede Menge Volltexte.
Besucher: "Sie haben sicher einen Insidertrick angewandt!".
Bibliothekar: "Ja, klar."

Benötigte Literatur

Besucher: "Ich suche ein Buch."
Bibliothekar: "Tja, da sind Sie hier richtig - Sie können aus über 10.000 Titeln wählen."

Besucher: "Ich suche ein Buch. Den Titel weiß ich nicht, aber es ist gelb."
Bibliothekar: "Ja, das hilft mir weiter, da ja fast keines unserer Bücher gelb ist."
Besucher: "Naja, für die Begrenzung im OPAC ist das doch hilfreich!"
Bibliothekar: -

Besucher: "Ich brauche das Buch XY."
Bibliothekar: "Steht bei XY."
Besucher: "Muss ich mir das selber holen?"
Bibliothekar: "Leider ja, da unsere Bücher sich nicht von selbst bewegen."

Besucher: "Ich habe gesehen, dass Sie das Buch XY haben."
Bibliothekar: "Ja."
Besucher: "Ich möchte es gerne kaufen."
Bibliothekar: "Sorry, aber wir sind eine Bibliothek und keine Buchhandlung."
Besucher: "Ja und?"

Garderobenpflicht - schon wieder

Besucher: "Darf ich die Tasche mitreinnehmen? Ich muss noch schnell Geld wechseln."
Auch mangelndes Wechselgeld hebt anscheinen die Garderobenpflicht auf.

Gehört der 1. Stock noch zur Bibliothek?

Diese Frage stellen sich anscheinend die BesucherInnen und beantworten diese sogleich mit "Nein". Weshalb sie im 1. Stock der Bibliothek  laute Unterhaltungen führen und massenweise Essen verschlingen. Wenn ich sie darauf hinweise, dass dies auch oben nicht erlaubt ist, bekomme ich teenagerhaftes Augenrollen und Schnaufen.
Ich bin ernsthaft dabei zu überlegen, ob ich das in Zukunft nicht ebenfalls mache, wenn mir etwas nicht passt.

Dienstag, 22. Januar 2013

Lieblingsphrasen- und anreden

Aufgrund der neuen Kommunikationskultur, welche uns voll im Griff hat, scheint auch die Ausdrucksweise mancher Besucher etwas gelitten zu haben.
 
Mein absoluter Favorit, wenn ein Besucher etwas wissen möchte: "Frage!" - Leider war ich bisher noch nicht so geistesgegenwärtig zu antworten: "Antwort!". Naja, vllt. beim nächsten Mal.
 
Als  nächstes folgt:"Ich habe ein Problem." Aha. Ich habe viele Probleme - kommt immer auf die Besucheranzahl an. Vor kurzem habe ich mir angewöhnt, nur noch auf Fragen zu antworten und nicht mehr auf Aussagen. Ich lasse das "Ich habe ein Problem." im Raum stehen und schaue den/die BesucherIn erwartungsvoll an. Es bringt sie zwar nicht dazu, ihre Aussagen als Frage  zu formulieren, aber sie werden dennoch etwas verunsichert ...
 
Und: "Ist ein Kaffee vom Coffeeshop mit Deckel in Ordnung?" Hm, eigentlich nicht, ich bevorzuge Kakao. Leider habe ich auch hier noch nicht den Mut aufgebracht, diesen Satz endlich zu sagen.
 
Das Schweigen
So mancher Besucher traut sich nicht uns anzusprechen und starrt uns lieber minutenlang an, wenn wir nicht gleich merken, dass jemand etwas von uns will. Ich persönlich bevorzuge die sprachliche Anrede, da mich das Starren mancher Leute doch etwas nervös macht ...
 

Warum habt ihr offen?

Normalerweise erhalten wir eher negatives Feedback, wenn wir es wagen während der Ferien die Bibliothek bereits früher zu schließen. Weshalb wir doch sehr erstaunt waren, als ein Besucher mehr als schockiert darüber war, DASS wir regulär geöffnet hatten. Keine Sorge! Beim nächsten Mal schließen wir wieder zeitiger - wir wollen unsere BesucherInnen ja nicht verärgern!

Aufstellungssystematik einer Bibliothek

Ein Mitarbeiter im Haus, ein sehr intelligenter Mann, treibt sich oft in den heiligen Hallen des Wissens herum. Wir nahmen an, er wäre mit unserer Aufstellungssystematik und dem Online-Katalog vertraut. Tja, die Annahme war falsch. Er benützt anscheinend aus Prinzip den OPAC nicht und geht auch davon aus, dass die Bücher nach Wichtigkeit sortiert sind, da "seine" Bücher am ersten Regal stehen. Leider musste ich ihn enttäuschen, denn wir stellen diese alphabetisch nach Fachgebieten auf...

Verspätete Rückgabe

Die Bitte einer Besucherin, die Mahngebühren freundlicherweise zu erlassen, fing mit: "Mein Verlobter hat sich umorientiert ..." an. Wir hatten dennoch kein Mitleid mit ihr...

Garderobenpflicht - Ja oder Nein?

Auch die Garderobenpflich erfreut sich bei unseren BesucherInnen größter Beliebtheit. Wir zwingen sie dazu ihre Taschen und Jacken und Speisen im Spind einzusperren, wo diese doch die Freiheit über alles lieben!
Leider ist es unseren BesucherInnen nicht immer möglich ihr Hab und Gut in den Garderobenkästen zu verstauen, da sie ja ihre ganzen Sachen im Rucksack transportieren und diesen deshalb weder wegschließen noch beim BIB-Team abgeben können.
 
Anmerkung: Neben Garderobenkästen werden auch Plastikkörbe für den Transport der Habseligkeiten innerhalb der Bibliothek zur Verfügung gestellt.

Essen in der Bibliothek

Alle BibliothekarInnen kenne das leidige Thema: Essen in der Bibliothek. Als eine Studentin von uns darauf hingewiesen wurde, dass in der Bibliothek keine Speisen mitgeführt werden dürfen, meinte sie: "Müsliriegel sind kein Essen." Die daraufhin folgende Diskussion was als Essen und was nicht als Essen gilt, haben wir eindeutig gewonnen. Wenn die Studentin auch nicht begeistert war.

Telefonieren in der Bibliothek

Eine Besucherin hat heute in der Bibliothek lautstark telefoniert. Sie ist, nach meinem Hinweis, dass Telefonieren in der Bibliothek nicht erlaubt ist, auch brav rausgegangen.
Ihr anschließende Entschuldigung, warum sie in der Bibliothek telefoniert hat: "Ich wurde unerwartet angerufen."
 
Merke: Unerwartete Anrufe in der Bibliothek dürfen angenommen und lautstark umgesetzt werden.

Wahre Geschichten

Dieser Blog erzählt die wahren und unglaublichen Geschichten einer Bibliothekarin, welche hauptberuflich in einer wissenschaftlichen Bibliothek beschäftigt ist. Diese Anekdoten sind nicht erfunden, sondern wurden tatsächlich so erlebt.
Ich bedanke mich bei allen freiweilligen und unfreiwilligen Beteiligten, die mir Stoff für diesen Blog liefern!