Freitag, 25. Januar 2013

Habt ihr nächste Woche geöffnet?

Es stehen die Semesterferien vor der Türe, weshalb sehr viele MitarbeiterInnen im Haus auf Urlaub und nicht anwesend sind. Leider gilt das nicht für die Bibliothek. Da nach den Semesterferien die ersten Abgabetermine sind und die Studierenden gerade während der Ferien Zeit zu Schreiben haben, haben wir uns dazu entschlossen regulär geöffnet zu halten. Diese Woche standen andauernd NutzerInnen da oder riefen an und wollten wissen: "Habt ihr nächste Woche geöffnet?" "Ja, sonst  hätten wir ja die entsprechende Info ausgeschickt!" "Es hätte ja auch sein können, dass es technische Probleme gab und die Info nicht rausging." - Genau deshalb werden die Öffnungszeiten auf die Eingangstüre, neben der Entlehnstation und neben den Kopieren aufgehängt. Zusätzlich wird die Info auf der E-Learning-Platform gepostet UND via internen Newsletter verschickt. Soviele technische Pannen können gar nicht auftreten, dass die Information nicht ankommt...

Ich will nur kurz kopieren

Das ist eine vermeintlich gute Aussage unserer NutzerInnen um mit der Tasche in die Bibliothek zu gehen. Leider erlaubt weder der Akt des Kopierens noch die Kürze der Aufenthaltsdauer der Bibliothek die Mitnahme der Tasche. Aber was solls, probieren kann man es ja!

Mittwoch, 23. Januar 2013

A trained librarian is a powerful search engine with a heart

Datenbanken

Wie jede gut ausgestattete wissenschaftliche Bibliothek bieten wir natürlich auch jede Mengen Datenbanken an. Die Recherche in Datenbanken ist komplexer als in Google und bedarf doch mehr Aufmerksamkeit als so mancher Student aufbringen kann.
 
Besucher: "Ich kriege nur Abstracts, keine Volltexte!"
Bibliothekar: "Haben Sie in der Suchmaske "Volltext" angeklickt?"
Besucher: "Ja."
Bibliothekar: "Sind Sie sich sicher?"
Besucher: "Ja, natürlich!"
Da ich mir sicher bin, dass dem nicht so ist, gehe ich mit dem Besucher zu seinem PC und sehe mir das ganze an.
Bibliothekar: "Tja, da ist das Problem: Sie haben nicht "Volltext" angeklickt."
Besucher: "Sicher."
Bibliothekar: "Offensichtlich nicht."
Ich klicke "Volltext" und anschließend "Start" und siehe da, jede Menge Volltexte.
Besucher: "Sie haben sicher einen Insidertrick angewandt!".
Bibliothekar: "Ja, klar."

Benötigte Literatur

Besucher: "Ich suche ein Buch."
Bibliothekar: "Tja, da sind Sie hier richtig - Sie können aus über 10.000 Titeln wählen."

Besucher: "Ich suche ein Buch. Den Titel weiß ich nicht, aber es ist gelb."
Bibliothekar: "Ja, das hilft mir weiter, da ja fast keines unserer Bücher gelb ist."
Besucher: "Naja, für die Begrenzung im OPAC ist das doch hilfreich!"
Bibliothekar: -

Besucher: "Ich brauche das Buch XY."
Bibliothekar: "Steht bei XY."
Besucher: "Muss ich mir das selber holen?"
Bibliothekar: "Leider ja, da unsere Bücher sich nicht von selbst bewegen."

Besucher: "Ich habe gesehen, dass Sie das Buch XY haben."
Bibliothekar: "Ja."
Besucher: "Ich möchte es gerne kaufen."
Bibliothekar: "Sorry, aber wir sind eine Bibliothek und keine Buchhandlung."
Besucher: "Ja und?"

Garderobenpflicht - schon wieder

Besucher: "Darf ich die Tasche mitreinnehmen? Ich muss noch schnell Geld wechseln."
Auch mangelndes Wechselgeld hebt anscheinen die Garderobenpflicht auf.

Gehört der 1. Stock noch zur Bibliothek?

Diese Frage stellen sich anscheinend die BesucherInnen und beantworten diese sogleich mit "Nein". Weshalb sie im 1. Stock der Bibliothek  laute Unterhaltungen führen und massenweise Essen verschlingen. Wenn ich sie darauf hinweise, dass dies auch oben nicht erlaubt ist, bekomme ich teenagerhaftes Augenrollen und Schnaufen.
Ich bin ernsthaft dabei zu überlegen, ob ich das in Zukunft nicht ebenfalls mache, wenn mir etwas nicht passt.

Dienstag, 22. Januar 2013

Lieblingsphrasen- und anreden

Aufgrund der neuen Kommunikationskultur, welche uns voll im Griff hat, scheint auch die Ausdrucksweise mancher Besucher etwas gelitten zu haben.
 
Mein absoluter Favorit, wenn ein Besucher etwas wissen möchte: "Frage!" - Leider war ich bisher noch nicht so geistesgegenwärtig zu antworten: "Antwort!". Naja, vllt. beim nächsten Mal.
 
Als  nächstes folgt:"Ich habe ein Problem." Aha. Ich habe viele Probleme - kommt immer auf die Besucheranzahl an. Vor kurzem habe ich mir angewöhnt, nur noch auf Fragen zu antworten und nicht mehr auf Aussagen. Ich lasse das "Ich habe ein Problem." im Raum stehen und schaue den/die BesucherIn erwartungsvoll an. Es bringt sie zwar nicht dazu, ihre Aussagen als Frage  zu formulieren, aber sie werden dennoch etwas verunsichert ...
 
Und: "Ist ein Kaffee vom Coffeeshop mit Deckel in Ordnung?" Hm, eigentlich nicht, ich bevorzuge Kakao. Leider habe ich auch hier noch nicht den Mut aufgebracht, diesen Satz endlich zu sagen.
 
Das Schweigen
So mancher Besucher traut sich nicht uns anzusprechen und starrt uns lieber minutenlang an, wenn wir nicht gleich merken, dass jemand etwas von uns will. Ich persönlich bevorzuge die sprachliche Anrede, da mich das Starren mancher Leute doch etwas nervös macht ...
 

Warum habt ihr offen?

Normalerweise erhalten wir eher negatives Feedback, wenn wir es wagen während der Ferien die Bibliothek bereits früher zu schließen. Weshalb wir doch sehr erstaunt waren, als ein Besucher mehr als schockiert darüber war, DASS wir regulär geöffnet hatten. Keine Sorge! Beim nächsten Mal schließen wir wieder zeitiger - wir wollen unsere BesucherInnen ja nicht verärgern!

Aufstellungssystematik einer Bibliothek

Ein Mitarbeiter im Haus, ein sehr intelligenter Mann, treibt sich oft in den heiligen Hallen des Wissens herum. Wir nahmen an, er wäre mit unserer Aufstellungssystematik und dem Online-Katalog vertraut. Tja, die Annahme war falsch. Er benützt anscheinend aus Prinzip den OPAC nicht und geht auch davon aus, dass die Bücher nach Wichtigkeit sortiert sind, da "seine" Bücher am ersten Regal stehen. Leider musste ich ihn enttäuschen, denn wir stellen diese alphabetisch nach Fachgebieten auf...

Verspätete Rückgabe

Die Bitte einer Besucherin, die Mahngebühren freundlicherweise zu erlassen, fing mit: "Mein Verlobter hat sich umorientiert ..." an. Wir hatten dennoch kein Mitleid mit ihr...

Garderobenpflicht - Ja oder Nein?

Auch die Garderobenpflich erfreut sich bei unseren BesucherInnen größter Beliebtheit. Wir zwingen sie dazu ihre Taschen und Jacken und Speisen im Spind einzusperren, wo diese doch die Freiheit über alles lieben!
Leider ist es unseren BesucherInnen nicht immer möglich ihr Hab und Gut in den Garderobenkästen zu verstauen, da sie ja ihre ganzen Sachen im Rucksack transportieren und diesen deshalb weder wegschließen noch beim BIB-Team abgeben können.
 
Anmerkung: Neben Garderobenkästen werden auch Plastikkörbe für den Transport der Habseligkeiten innerhalb der Bibliothek zur Verfügung gestellt.

Essen in der Bibliothek

Alle BibliothekarInnen kenne das leidige Thema: Essen in der Bibliothek. Als eine Studentin von uns darauf hingewiesen wurde, dass in der Bibliothek keine Speisen mitgeführt werden dürfen, meinte sie: "Müsliriegel sind kein Essen." Die daraufhin folgende Diskussion was als Essen und was nicht als Essen gilt, haben wir eindeutig gewonnen. Wenn die Studentin auch nicht begeistert war.

Telefonieren in der Bibliothek

Eine Besucherin hat heute in der Bibliothek lautstark telefoniert. Sie ist, nach meinem Hinweis, dass Telefonieren in der Bibliothek nicht erlaubt ist, auch brav rausgegangen.
Ihr anschließende Entschuldigung, warum sie in der Bibliothek telefoniert hat: "Ich wurde unerwartet angerufen."
 
Merke: Unerwartete Anrufe in der Bibliothek dürfen angenommen und lautstark umgesetzt werden.

Wahre Geschichten

Dieser Blog erzählt die wahren und unglaublichen Geschichten einer Bibliothekarin, welche hauptberuflich in einer wissenschaftlichen Bibliothek beschäftigt ist. Diese Anekdoten sind nicht erfunden, sondern wurden tatsächlich so erlebt.
Ich bedanke mich bei allen freiweilligen und unfreiwilligen Beteiligten, die mir Stoff für diesen Blog liefern!