Kurz vor den Abgabeterminen der Abschlussarbeiten sind unsere BesucherInnen immer in totalem Ausnahmezustand und scheinen sämtliches Wissen, welches nicht direkt mit ihrer Arbeit zu tun hat, einfach zu vergessen. So auch gestern, als eine Besucherin zu uns kam und fragte: "Kann ich die Arbeit bei euch binden lassen?" "Nein. Wir sind eine Bibliothek und keine Druckerei. Das kannst du oben im Copyshop machen lassen." "Und wie funktioniert das?" - Es ist ja nett, wenn die Leute denken, dass BibliothekarInnen alles wüssten, aber leider ist das nicht so und wir sind auch keine Privatsekretäre, welche einem sämtliche Informationen zu jeden Thema raussuchen. "Sorry, keine Ahnung. Einfach raufgehen und fragen." "Ja, aber kann ich da einfach meinen USB-Stick raufbringen?" "Das kann ich dir leider nicht sagen, aber du kannst die KollegInnen oben jederzeit fragen." "Hach, naja, ok."
Dienstag, 26. Februar 2013
Klimaanlage runterdrehen
Da unsere Belüftung nicht so gut läuft, neigen wir dazu die stickige und schlechte Luft durch die Tür in den Garten zu entlassen - auch bei Minusgraden. Im vergangenem November war es wieder einmal soweit: wir öffneten die Tür um Frischluft reinzulassen. Keine Minute später steht plötzlich eine Besucherin vor mir und bittet mich die Klimaanlage runterzudrehen, denn auf einmal bläst diese ziemlich stark kalte Luft direkt auf sie. Hier möchte ich anmerken, dass ich quasi noch vor der geöffneten Türe stand, als sie mich dies fragte und sie genauen Blick auf diese besagte Türe hatte. Ich hab sie höflich und nett darauf hingewiesen, dass das nicht die Klimaanlage ist sondern die kalte, frische Luft von draußen. Sie hat mich sehr skeptisch angesehen, aber sich anscheinend mit meiner Antwort abgefunden (was anderes hätte sie auch nicht wirklich tun können).
Merke: Kalte, frische Luft kommt nicht immer aus der Klimaanlage ...
Montag, 25. Februar 2013
Unbeholfen
Etwas ängstlich nähert sich soeben ein Bibliotheksbesucher und hat offensichtlich eine Frage.
Bibliothekar: Ja, bitte?
Besucher: Können Sie mir helfen ein Buch zu suchen?
Bibliothekar: Ich helfe dir nicht nur das Buch zu suchen, ich helfe dir sogar es zu finden!
Leider haben unsere BesucherInnen nicht immer Sinn für Humor. ; )
Ich erkläre ihm also wie er über den OPAC das Buch suchen und dann im Freihandbereich finden kann. Er war schon an der richtigen Stelle, jedoch haben wir in dieser Kategorie die beiden unteresten Bretter freigelassen um ein wenig Reserve zu schaffen. Das Buch, welches er suchte, befand sich auf dem nächsten Regalbrett ganz oben ...
Montag, 18. Februar 2013
Lautes Flüstern
Die Problematik beim Kopieren oder Scannen von bereitgestellten Kopiervorlagen kann ich einfach nicht nachvollziehen. Es gibt so nette KollegInnen, welche einige Artikel für die Studierenden runterladen, ausdrucken und in einem Ordner abheften und dann bei uns für sie bereitstellen. Einfacher gehts ja wohl kaum, sollte der/die BibliothekarIn meinen. Dem ist aber nicht so. Zuerst muss darüber diskutiert werden, ob alles kopiert oder gescant werden muss. Dann stellt sich die Frage, ob die Kopie oder der Scan besser ist - am besten quer über den Servicebereich und über die Bibliothekarin die Dienst tut. Nach einem Protest meinerseits, kehrt wieder Stille ein, nur um zwei Minuten später am Kopierer die Diskussion fortzusetzen. Zu allem Überfluss wird der Arbeitsbereich der BibliothekarInnen gleich mit einbezogen, da es anscheinend sehr schwer ist, einen Stapel Papier aus der Mappe zu nehmen, die Mappe auf den Tisch NEBEN dem Kopierer zu legen und den Stapel Papier in den Kopierer zu schieben. Ja, sehr sehr schwer. Arme Studierenden. Ich finde es bewundernswert, dass Studierende ihr Studium trotz all dieser fast unüberwindbarer Hindernisse dennoch meistern.
Entschuldigt den Sarkasmus, aber der Abenddienst bringt nicht gerade den nettesten Menschen in mir zum Vorschein.
Frischluft ist böse
Heute waren sehr viele BesucherInnen in der Bibliothek. Dadurch sinkt erwartungsgemäß die Luftqualität. Da die Belüftung nicht so gut funktioniert, lüften wir auf die altmodische Art: wir öffnen die Tür in den Garten, da der Hauptteil der Kälte nur auf das Personal trifft. Die Fenster lassen wir geschlossen. Aber anscheinend haben - vor allem die RaucherInnen - ein immenses Problem damit, dass wir einmal pro Stunden für fünf Minuten durchlüften. Kann ich auch irgendwie verstehen: ewig lange draußen stehen und frieren um sündteuren Zigarettenrauch zu inhalieren. Und dann lüften die bösen BibliothekarInnen und lassen Frischluft und Kälte rein. Böse. Echt böse. Wir geloben Besserung.
Im Dunkeln munkeln
Vorhin sehe ich durch Zufall, dass im 1. Stock zwei Besucher sitzen. Im Dunkeln. Mal davon abgesehen, dass unsere Arbeitsplätze Tischleuchten haben, haben wir natürlich auch eine Deckenbeleuchtung, welche mit einen Lichtschalter eingeschaltet werden kann (diese sind auch gut sichtbar). Normalerweise aktivieren wir das Licht früh Morgens, aber die Sonne so schön scheint und es hell genug ist, bemühen wir uns nicht extra rauf. Die meisten BesucherInnen schalten das Licht selbst ein, aber die beiden heute sind tatsächlich im Dunkeln gesessen und waren etwas überrascht, als ich ihnen das Licht eingeschaltet habe ...
Donnerstag, 14. Februar 2013
Offene Tür?
Heute, um 08.44 Uhr, ertappe ich eine Studentin dabei, wie sie versucht die Tür zur Bibliothek mit ihrer Studentenkarte zu öffnen. Funktioniert natürlich nicht. Studierende können nur gewisse Türen mit ihrer Karte öffnen und mit Sicherheit nicht die Bibliothekstüre. Da mir diese Art von Unverfrorenheit absolut überhaupt nicht gefällt, bin ich gerade mal höflich, aber nicht wirklich nett, als ich sage: "Du kannst die Bibliothekstüre nicht mit DEINER Karte öffnen." Verständnisloser Blick - natürlich, was sonst. Ich erkläre ihr, dass sie nur Garderobenräume und den PC-Raum öffnen kann und die Bibliothek nicht. Und diese öffnet erst um 09.00 Uhr, da kann sie dann rein. Verständnisloser Blick ihrerseits und sie versucht NOCHMAL die Türe mit ihrer Karte zu öffnen. Ich erkläre das Ganze noch mal und sie scheint mich einfach nicht verstehen zu wollen. Ich öffne die Türe und sie will mit rein, nochmals: "Die Bibliothek öffnet erst um 09.00 Uhr." Aufeinmal hält sie mir ihren USB-Stick unter die Nase und sagt: "I've to print!". Also ein Incoming, deshalb der gar so verständnislose Blick. Na gut, dann eben auf englisch: "You can't lock the library with your card and library opens at 09.00 o'clock. Go upstairs to the PC room." Ratter, ratter, ratter, hör ich das Gehirn, als die Informaiton verarbeitet wird. Ob sie mich tatsächlich verstanden hat, kann ich nicht sagen, aber auf alle Fälle ist sie Richtung 1. Stock gedüst.
Diese Geschichte hat mich an einen anderen Vorfall ereignet, als die Bibliothekstüre bereits um 08.15 Uhr offen stand, da die Techniker einige Sachen hin- und hertransportiert haben. Auf einmal steht ein Student da und packt seelenruhig seine Sachen in den Spind und will sich reinsetzen. Als ich ihn darauf hinweise, dass wir noch nicht geöffnet haben, kommt prompt und ganz logisch: "Aber die Türe ist offen." "Mag sein," erwidere ich, "dennoch öffnet die Bibliothek erst um 09.00 Uhr". "Die Tür war offen!!!" Diese Logik ist fast nich zu bekämpfen. Dennoch: "Aja, genau, das heißt, wenn du siehst, dass um 06.30 Uhr die Türe vom BILLA offensteht, gehst du auch rein obwohl sie erst um 07.15 Uhr öffnen." "Ja, wenn die Türe offen ist." "Eine offene Tür ist keine Einladung. Und wenn ich dich schon darauf hinweise, dass wir noch nicht geöffnet haben und du noch immer nicht gehst, nenne ich das Hausfriedensbruch und kann auch gerne die Polizei verständigen, dass diese dich hinausbegleiten." Ein panischer Blick seitens des Studierenden, da ich diese Aussage nicht lächelnd sondern todernst gemacht habe. Das hat anscheinend gereicht, denn er hat seine Sachen gepackt und ist erst später wieder gekommen.
Montag, 11. Februar 2013
Eigenheiten der der BIB-BesucherInnen
Mein Kollege und ich sind besonders von jenen BesucherInnen angetan, welche sich ganz cool auf die Theke lehnen und uns dann ANSTARREN. Ja, anstarren und nicht ansprechen. Mir ist durchaus bewusst, dass es eine gewisse Hemmschwelle gibt Leute anzusprechen wenn sie arbeiten, aber jemanden minutenlang anzustarren ist nicht okay und macht mich zuerst etwas nervös und dann leicht agressiv.
Und da war es gerade eben wieder: "Ich habe ein Problem." Wie schön für ihn. Ich springe nicht darauf an und sehe den Besucher lediglich mit hochgezogenen Augenbrauen an.
"Ähem, ja, ich habe keiner Münzen mit!" Aha, ist nicht mein Problem und auch keine an mich gerichtete Frage. Kurz bevor das "Was mach ich jetzt" folgt, sage ich: "Du kannst zum Coffeeshop gehen und wechseln oder die Sachen zu uns reinstellen." Ich sehe das "Ratterratterratter" seines Gehirns direkt vor mir und kann es auch beinahe hören. "Ähem, was war das zweite nochmal?" "Du kannst die Sachen zu mir reinstellen." "Geht das?" Nein, deshalb habe ich es auch angeboten. Manchmal frage ich mich wirklich, wie so gewisse Persönchen durch das Leben kommen ohne von einer Ameise wegtransportiert zu werden.
Freitag, 8. Februar 2013
Freitag
Auftritt Student um 09.20 Uhr. Eine Tasche hängt lässig über der Schulter.
Bibliothekar: Die Tasche bitte draußen lassen.
Student: ---
Bibliothekar: Die Tasche bitte draußen lassen!
Student: ---
2. Bibliothekar: Die Tasche draußen lassen.
Student: Entschuldigung!
Student geht zu den Garderobenkästen, macht eines auf und stellt seine Tasche rein und versucht den Schlüssel zu drehen. Tja, funktioniert nicht. Wieso nur???
Student: Wie funktioniert das?
Bibliothekar: Du brauchst eine 1- oder 2€-Münze.
Student: Achso.
Student schafft es endlich in den Freihandbereich und begibt sich auf die Suche nach Bücher. Ca. 1 Minute später steht er wieder da.
Student: Wie find ich jetzt denn eigentlich die Bücher? Das hat uns eigentlich nie jemand gezeigt... (mit leicht anklagendem Tonfall).
Mein Kollege war so nett und an sich seiner angenommen, weil ich hätte ihm unter Umständen den Kopf abgerissen.
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