Dienstag, 16. April 2013

Tasche im Bibliothekskorb

Wie in so ziemlich jeder Bibliothek ist es auch bei uns nicht gestattet die Taschen in den Freihandbereich mitzunehmen. Damit die BesucherInnen ihre ganzen Habseligkeiten nicht in bloßen Händen tragen müssen, bieten wir ihnen Plastikkörbe an. So manch einer versteht jedoch nicht den Sinn und Zweck eines Korbes und stopft - und ich meine stopfen - in den Korb und geht dann mit Tasche im Korb in den Freihandbereich. In solchen Situationen - und es kommt häufiger vor als man denkt - frage ich mich immer, was im Kopf eines/r BesucherIn vorgeht, wenn er das macht ...

Montag, 15. April 2013

Garderobenpflicht - ein ewiges Thema

Ich finde es ja immer wieder amüsant, wenn unsere Studierenden in den Freihandbereich hinein gehen und dabei ihre Taschen und Rucksäcke mit ihren  Jacken verdecken, damit sie diese nicht abgeben müssen. Gerade eben rauscht eine solche junge Dame bei mir vorbei und stellt sich zum Online-Katalog. Da mir gerade langweilig ist und ich kein anderes Opfer habe, spreche ich sie darauf an:
Bibliothekarin: "Entschuldigung, aber wir haben hier Garderobenpflicht, die Tasche bitte draußen abgeben bzw. im Spind verwahren." - Um das ganze ganz deutlich zu machen, deute ich dabei auf ihre Tasche, da ich bereits weiß was kommt.
Studentin: "Die HANDTASCHE???" - Sag ichs nicht. Handtaschen sind anscheinen keine Taschen. Wobei diese "Handtasche" schon fast eine Reisetasche war. Aber bitte.
Bibliothekarin: "Ja, auch die Handtasche. Taschen sind generell nicht erlaubt in der Bibliothek."
Grummeliger Abgang der Studentin. Ganz recht war ihr das natürlich nicht.
 
Am Vormittag hatte ich ein ähliches Erlebnis. Wieder handelt es sich um eine junge Dame mit sehr prall gefüllter Handtasche. Ich weise höflich daraufhin, dass die Tasche draußen bleiben muss:
Bibliothekarin: "Die Tasche bitte draußen lassen, wir haben Garderobenpflicht."
Studentin: "Ja, aber ... das sind meine GANZEN Sachen drinnen! Unterlagen, die ich unbedingt zum arbeiten brauche!!!" - Wir haben quasi Tränen in den Augen ...
Bibliothekarin: "Du kannst deine Sachen in den Korb geben und den mitnehmen, aber die Tasche bleibt bitte draußen!"
Studentin: "Achso, na dann. Super, danke!"

Freitag, 5. April 2013

Das hat mich jetzt leicht nervös gemacht ...

Student: "Jetzt muss ich mich beeilen, denn Sie sind nicht mehr lange da."
Bibliothekarin: "Wir sind heute bis 21.00 Uhr da."
Student: "Ja, die Bibliothek, aber nicht SIE!"
Ok. Das macht mich nervös. Ein Student, der weiß wie lange ich freitags hier bin, der kurz rausgeht um wer weiß was zu holen nur weil ich da bin. Ich befürchte schlimmes (schuld daran sind diese dämlichen Thriller ...).
Einige Minuten später kommt der Student wieder und drückt mir eine Packung Merci in die Hand.
Student: "Ich wollte mich bei Ihnen bedanken!" Ok, das kommt nicht oft vor.
Bibliothekarin ist tatsächlich sprachlos, weil sie sich nicht erinnern kann wofür. Ich frage ihn nach dem Grund.
Student: "Vor zwei Jahren habe ich ein Konzept für die Aufnahmeprüfung geschrieben und benötigte eine Diplomarbeit aus dem Archiv und da es bereits am Freitag nach 15 Uhr war, war eine reguläre Vormerkung nicht mehr möglich. Sie waren so nett und haben die Diplomarbeit dennoch für mich raufgeholt. Das war echt nett von Ihnen und hat mir sehr weitergeholfen! Es tut mir leid, dass ich mich erst zwei Jahre später bei Ihnen bedanke!"
 
Ich habe mich bei ihm bedankt und entschuldigt, da ich mich leider nicht 100%ig an dieses Ergeinis erinnern kann. Es freut mich, dass wir anscheinend einen so guten Eindruck gemacht haben, dass er selbst nach zwei Jahren nicht darauf vergessen hat und sich nochmals bedankt hat! Es zeigt auch, dass wir neben unseren vllt. manchmal etwas anstrengenden (und undankbaren) BesucherInnen auch welche haben, die lediglich ein- oder zweimal Hilfe benötigten und anschließend in Vergessenheit gerieten, da sie wissen wie es in einer Bibliothek läuft und nicht ihre Manieren und ihren Hausverstand außerhalb der heiligen Hallen des Wissens vergessen!

Das ist ein Apfel

Unsere Bibliothek öffnet um 09.00 Uhr morgens und um 09.03 Uhr hatten wir schon wieder Stoff für einen Eintrag ...
Bibliothekarin: "Der Apfel bleibt bitte draußen. Speisen sind in der Bibliothek nicht erlaubt."
Student 1: "Das ist ein Apfel."
Bibliothekarin: "Und was machst du damit?"
Student 1: "Na, essen!"
Bibliothekarin: "Essen und Speisen ist in der Bibliothek nicht erlaubt. Der Apfel bleibt draußen."
Student 1: grummel grummel grummel
Student 2 verhält sich ruhig, da er denkt, er kommt mit seinem Jausensackerl bei mir vorbei ...
Bibliothekarin: "Deine Jause bleibt bitte ebenfalls draußen."
Student 2 ist ebenfalls verstimmt, packt seine Jause aber brav weg. Beide setzen sich in den 1. Stock. Ich bin begeistert, wenn ein Besuch bereits so anfängt, bedeutet dies meist nochmals Ärger. Nicht einmal zwei Minuten vergehen und wir hören bereits lautes Tratschen im 1. Stock. Stimmt ja, der 1. Stock zählt ja nicht zur BIB, deshalb kann man dort machen was man will.Von wegen. Nach fünf Minuten geht mein Kollege rauf.
Bibliothekar: "Bitte leise sein, wir können euch bis runter hören."
Student: "Können wir die Türe schließen?" - Er meint die Brandschutztüre welche von Raum A nach B führt. Die ist mit Absicht offen und zwar sicher nicht aus brandschutztechnischen Gründen ...
Bibliothekar: "Tja, viel Spaß beim schließen der Türe, die ist alarmgesichert und wenn sie unerlaubterweise geschlossen wird, geht der Alarm los." - Haha, das nenne ich schlagfertig! Die Gesichter hätte ich gerne gesehen. Aber sie waren dann wenigstens leise und habe die Türe offen gelassen ...

Ein charmanter Besucher

Gerade eben kam ein älterer Student und knallte gegen unser Drehkreuz und hat - wie es bei unseren BesucherInnen so üblich ist - einfach mit Gewalt dagegen gedrückt. Es ist ja auch wirklich sehr schwer die Anweisung "Halten Sie Ihre Karten über das PAD bis das Licht grün leuchtet", welche direkt neben dem Pad angebracht ist, zu befolgen.
Bibliothekarin: "Nicht mit Gewalt durchgehen!" - Das sag ich mittlerweile schon etwas lauter und etwas genervt, weil ich es nicht normal finde gegen ein Sperre zu drücken, welche offensichtlich nicht nachgibt.
Student: "Was heißt hier mit Gewalt?!"
Bibliothekarin: "Ihre Karte ist abgelaufen. Gehen Sie bitte rüber und lassen Sie sie aktualiseren."
Student: ärgerliches Seufzen.
 
Ein paar Minuten später kommt der Student mit seiner aktualisierten Karte wieder und betritt die Bibliothek. Er hat seinen Laptop in der Hand und möchte seine Karte einpacken. Er nimmt Kurs auf die Theke und schaut über die Theke drüber - das machen unsere BesucherInnen ganz gerne, wenn sie einen Kuli suchen. Wie es sich gehört, stehe ich auf und gehe nach vorne und frage:
Bibliothekarin: "Ja, bitte?"
Es vergehen ein paar Sekunden in der mich der Student etwas seltsam ansieht...
Student: "Ja, kann ich IHNEN helfen?" - Das hatte ich wirklich noch nicht.
Bibliothekarin: "Sie sind zu meiner Theke gekommen, weshalb ich Sie gefragt habe, ob ich Ihnen helfen kann. Brauchen Sie etwas?" - Zuckersüß.
Student: "Nein. Ich wollte meine Karte einpacken und musst mein Notebook ablegen. Die Alternative wäre gewesen es auf den Boden zu legen!" Grummel, grummel, grummel.

Update: Dieser Student kam zwei Wochen später zu mir und entschuldigte sich für sein uncharmantes Benehmen.

Mittwoch, 3. April 2013

Rückgabe, Vormerken, Entlehnen

Gerade eben hat eine Studentin ein Buch retourniert.
Studentin: "Kann ich es wieder entlehnen?"
Bibliothekar: "Jetzt nicht, da es vorgemerkt ist. Aber du kannst es ebenfalls vormerken und wirst dann informiert, wenn es für dich bereitgestellt ist."
Studentin: "Da müsste ich jetzt schnell nachhause flitzen - können Sie das für mich machen?"
Bibliothekar: "Nein, das musst du selber machen."
Studentin: "Ja, aber da müsst ich nachhause fahren." - Also ob wir keine PCs im Haus hätten bzw. unsere armen StudentInnen keine Smartphones ...
Bibliothekar: "Sorry, aber ich kann das Buch für dich nicht vormerken. Du kannst es über  unseren OPAC-PC machen."
Studentin: *seufz* Ergibt sich jedoch ihrem Schicksal ... ; )