Donnerstag, 28. März 2013

Ich habe gerade eben ...

... Zeitschriften vorgemerkt. Wann sind die da? Das ist auch so ein Satz, denn ich mindestens einmal am Tag zu hören bekommen. Dabei findet man überall die Info, dass wir zweimal am Tag (11.30 Uhr und 14.30 Uhr) ins Magazin gehen und die vorgemerkten Medien raufholen. Wenn also jemand um 11.47 Uhr zu mir kommt und mich fragt, wann seine gerade eben vorgemerkten Medien da sein werden, die korrekte Antwort. Gegen 14.30 Uhr. Und keine Minute früher.
 
Manche unserer NutzerInnen haben tatsächlich die Vorstellung, sie brauchen nur einen Link im OPAC anzuklicken und auf wundersame Art und Weise schwebt das gewünschte Werk direkt und in nullkommanix zu ihnen auf den Platz. Schön wärs. Dann hätte ich nicht gerade eben ein paar Kartons mit Zeitschriften holen müssen ...

Mittwoch, 27. März 2013

Eine Bibliothek ist keine Bank

Am Tag kommt mindest 10 mal die Frage:
"Können Sie wechseln?"
Und 10 mal am Tag kommt die Antwort:
"Nein, können wir nicht."
Die NutzerInnen, ein wenig uneinsichtig, antworten mit:
"Wieso nicht?"  - Meine Lieblingsfrage, weil ich ja jedem Rechenschaft schuldig bin.
"Aber ich habe kein Kleingeld für den Kaffeautomaten!" Ja, genau so überzeugt man mich.
"Und was mache ich jetzt?" - Ja, das sind schwerwiegende Probleme ...
"Das ist aber nicht euer ernst, oder?" - Wir belieben nie zu scherzen in finanziellen Angelegenheiten.
"Aber ich brauche eine Münze für den Spind, ansonsten muss ich meine Sachen mitreinnehmen!" - Diese Drohungen sind wirklich total erwachsen.
"Und ihr könnt mir wirklich nicht wechseln?" - Wiederholung der Frage, funktioniert nicht in der Bibliothek.
"Könnt oder wollt ihr mir nicht wechseln?" - Ein wenig von beiden.
"Aber ihr habt doch Münzen!!!" - Sehr aufmerksam.
Und mein absolut Favorit, auch wenn ies mich ein wenig nervös macht: unverständliches, aber leicht bedrohliches Gemurmel ...

Eingewickelte Zuckerl im Plastiksackerl

Vorweg - ich bin sehr stolz auf meine MitarbeiterInnen! Auch meine Abenddienste sind mittlerweile sehr streng und beherrschen die "Das ist kein Essen bzw. das ist sehr wohl ein Essen"-Diskussion bereits im Schlaf.
Vorgestern an der Infotheke.
Bibliothekarin: "Entschuldigung, aber die Zuckerl müssen bitte draußen bleiben."
Benutzerin: "Wieso?"
Bibliothekarin: "Speisen dürfen nicht mit reingenommen werden."
Die Dame ist darüber nicht gerade glücklich, vor allem da es ja nur eingepackte Zuckerl sind.
Benutzerin: "Ja, aber ..." - Anscheinend jemand, der diese Diskussion schon mit uns geführt hat und sich soeben daran erinner hat, dass es keinen Sinn macht zu sagen "Zuckerl sind kein Essen."
Benutzerin: "Hm, ja, und wenn ich eines auswickle und in den Mund stecke und reingehe?"
Nein, liebe LeserInnen, das ist kein Scherz. Auf dieses Niveau fallen wir öfters runter.
Bibliothekarin: "Du kannst gerne eines auswickeln und essen und reingehen, aber das Sackerl mit den Zuckerl bleibt dennoch draußen."
Gesagt getan. Ein kleiner Sieg für die Benutzerin ... ; )

Super - nicht im netten Sinne

Das Telefon klingelt.
Bibliothekarin: "XY, ja, bitte?"
Anruferin: "XY, ich habe eine Bitte - ein Studienkollege kommt heute zu Ihnen auf die Bibliothek, weil er etwas für seine Bachelorarbeit recherchieren muss, und da wäre es praktisch wenn er für mich gleich Bücher mitnehmen könnte. Ich würde ihm auch meine Karte mitgeben, damit er diese in meinem Namen entlehnten kann. Ist das möglich?"
Bibliothekarin: "Nein. Sie müssen die Bücher persönlich entlehnen."
Stille - wahrscheinlich in der Hoffnung, dass mich Stille fertigmacht und ich nachgebe.
Anruferin: "Na, super. Wirklich? Ich kann ihm nicht einfach meine Karte mitgeben und er entlehnt die Bücher auf meinen Namen?".
Bibliothekarin: "Nein. Eine Entlehnung kann nur persönlich erfolgen."
Wieder Stille.
Anruferin: "Super." - Stoßseufzer - als ob das etwas bringen würde. "Ach, naja, hm, super." - Die Elite von Morgen, das beruhigt einen doch immens, oder? "Dann Auf Wiedersehen!"
Biblithekarin: "Auf Wiederhören!"

Freitag, 15. März 2013

Das ist Magie!

Diese Woche war ein deutsches Studenten-Pärchen bei uns in der BIB und wollte eine Diplomarbeit kopieren. Kein Problem. Ich hab unseren Lieblingsnachbarn erklärt, dass sie draußen einen Bankomaten habe und sie dort ihren Quickchip aufladen können. Sie sind raus und nach fünf Minuten wieder zurückgewesen, jedoch mit einer Facultas-Kopierkarte. Die funktioniert jedoch nicht bei unseren Geräten. Man benötigt entweder eine Studenten/Mitarbeiterkarte oder eine Bankomatkarte mit Quickchip. Das hab ich ihnen nochmal erklärt. Aha, meinten sie und sahen mich an wie die berühmten Maikäfer wenn es blitzt. Also gut, denk ich mir, biste halt nicht so und zeigst ihnen, wie sie den Quickchip aufladen. Mmh. Hab ich gedacht, hat aber nicht funktioniert. Die deutschen Bankomatkarten haben zwar den Chip, jedoch ist dieser nicht wirklich aktiviert. Als ich mit dem Mädl reingegangen bin hat sie ihren Freund gesehen und zu ihm mit erfürchtiger Stimme gesagt: "Stell dir vor, die können den Chip da hinten auf der Karte mit Geld aufladen!" Ja, das ist eben reinste Magie, wie eine Freundin mal zu mir gesagt hat ...

Bibliotheksverbot

Ich halte eigentlich nichts davon, Menschen den Zugang zu einer Bibliothek zu verwehren. Aber am vor zwei Jahren musste ich dann doch - das 1. Mal - einer Person Bibliotheksverbot erteilen:
Angefangen hat alles bereits ein paar Wochen zuvor, als ein Mann mit Rucksack einfach rein in die BIB gelaufen ist. Mein Kollege hat ihn höflich und nett darauf hingewiesen, dass bei uns Garderobenpflicht herrscht, woraufhin dieser immer lauter geworden ist und sich über das Rucksackverbot beschwert hat. Immerhin ist dieser ja so voll, da kann man ja eh nichts mehr stehlen und drinnen verstecken. Ich hab mich dann in die Diskussion eingemischt - ebenfalls etwas lauter und den Mann darauf hingewiesen, dass er auch gerne wieder gehen kann. Er hat sich mehr oder weniger beruhigt, die Sachen im Spind verwahrt und sich rauf in den 1. Stock gesetzt - um fünf Minuten später lautstark zu telefonieren. Unnötig, zu erzählen, dass auch Telefonierverbot herrscht, in der BIB ...
Der Kollege hat ihn gebeten dies zu unterlassen, da es ja nicht erlaubt ist. Damit war auch Ruhe.Vorerst. Er ist nämlich erst nach mehrmaliger Aufforderung um zehn nach neun gegangen. Die BIB schließt um 21 Uhr. Die weiteren Tage sind ziemlich ruhig verlaufen. Einige Zeit später, hat es ein Abendmädl erwischt, die das Kerlchen eh auch schon kannte. Der Gute hat ziemlich wüst vor sich hingeschimpft und keine Ruhe gegeben. Deshalb ist die Kollegin rauf und hat ihn gebeten leise zu sein. Das ging ein paar Mal hin und her - nicht ohne Beschimpfungen seinerseits - bis er dann gottseidank gegangen ist. Das wir uns öfters beschimpfen lassen müssen ist nichts neues, aber dass die Kollegin dann doch auch etwas Angst hatte, hat mich wiederum beunruhigt. Das kann nämlich wirklich nicht sein.
Deshalb haben wir ihn am Freitag abgewartet. Leider ist er gleich rauf auf die Lesegalerie wo er sich niedergelassen hat. Als ich dann wieder Selbstgespräche gehört hab, bin ich rauf und hab gefragt ob alles in Ordnung ist. Die barsche Antwort folgte sogleich: "Darf man nicht mal mehr reden?" "Nein, nicht in der Bibliothek, vor allem nicht wenn es bis runter hallt!", meine eindeutig charmantere Antwort, als die, die ich eigentlich auf den Lippen hatte. Ich wollte seinen Studentenausweis sehen um herauszufinden ob er zu uns gehört oder dem anderen Unternehmen, welches bei uns im Haus die Vormachstellung hat. Den wollte er mir nicht zeigen (weil er gar keinen hat), aber seinen Namen konnte ich ihm entlocken. Er ist immer lauter geworden, woraufhin ich ihn bat die BIB zu verlassen. Das hat er nicht. Somit haben wir uns die Portiere zur Hilfe geholt - zuerst einen, dann zwei. Nach weiteren ca. 15 Minuten hatten sie ihn soweit, dass er endlich geht - allerdings hatte er da bereits von mir das Bibliotheksverbot erhalten. Jedoch wollte er sich zuerst noch beschweren gehen - beim Beschwerdemanagement. Er ist dem einem Portier - der ihm bereits Hausverbot erteilt hatte - entwischt und rauf in den 2. Stock. Der Kollege hatte inzwischen die Polizeit geholt, jedoch haben diese unseren Störenfried um wenige Minuten verpasst. Leider. Das Beste kommt aber noch. Dieser doch sehr auffälige Bibliotheksbenutzer ist bereits bekannt beim Beschwerdemanagement. Doch er ist ja eigentlich eh friedlich, und in der Hand haben wir gegen ihn auch nichts, deshalb haben sie das Hausverbot aufgehoben und ihm erlaubt, sich im ganzen Haus aufzuhalten. Ist ja nicht so tragisch das Ganze. Dem Portier ist dabei natürlich auch leicht der Kragen geplatzt. Aber wenigstens ist das SEIN Unternehmen und nicht das meinige. Das Bibliotheksverbot ist noch immer aufrecht. Und die Kollegen von der Polizei meinten, wenn er wieder auftaucht, sollen wir sie sogleich holen. Jihaaa. Wenigstens waren die anderen Nutzer dann ganze brave Lämmchen.
 

Journals vs. E-Books

Wir haben seit einigen Jahr Springer E-Books lizenziert. Die Betonung liegt auf "E-Books", KEINE Journals. Dies habe ich sogar beim entsprechenden Link vermerkt, dass wir nur E-Books führen und keine Journals.
Er: "Ich kann den Volltext nicht öffnen! Ich brauche den Artikel und auf Moodle steht, dass wir Springer haben!!!"
Ich: "Ja, aber nur E-Books, keine Journals!"
Er: "Jaja, aber ich kann den Artikel nicht öffnen!"
Ich: "Ja, weil wir von Springer nur E-Books lizenziert haben und keine Journals und somit auch keinen Zugriff auf Artikel haben."
Er: "Wirklich? Keine Journals???" - Was soll man da noch sagen???
 
Sie: "Springerlink funktioniert nicht."
Ich: "Was genau funktioniert nicht? Können Sie sich nicht von extern einloggen oder ist die Seite nicht abrufbar."
Sie: "Ich kann den Volltext nicht öffnen."
Ich: "Ist es ein E-Book oder ein Journal."
Denkpause.
Sie: "Ein E-Book." - Ja, klar.
Ich: "Sind Sie sicher? Wir haben keine Zugriff auf Journals von Springer. Lediglich auf die E-Books."
Sie: "Ja, ich bin mir sicher." - Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ja, klar.
Ich: "Okay, können Sie mir den Titel sagen, sodass ich nachsehen kann, ob wir auf den Titel Zugriff haben und ob der Zugriff funktioniert?"
Sie: Ja, klar: "Journal of blablabla".
Ich: "Das ist ein Journal?".
Sie: "Ja. Und ich brauche diesen Artikel."
Ich: "Ok. Aber den können Sie nicht über uns abrufen."
Sie: "Wieso nicht? Sie haben doch Springer lizenziert!!!"
Ich: "Ja, das ist korrekt. Knapp 5.000 Springer E-Books. Keine Journals. Weshalb Sie auch keinen Zugriff auf diesen Artikel aus dem Journal of blablabla haben.
Sie: "Wirklich? Ich kann auf die Journals von Springer nicht zugreifen?"

Gemurmel am Infodesk

Diese Woche kam eine Dame, welche offensichtlich keine Angehörige unserer Institution ist in die Bibliothek und stellte sich an die Theke. Wie es sich gehört, springe ich auf und frage sie, wie ich ihr helfen kann:
Sie: "Haben Sie einfdslkfjö?" - Sorry, ich habs wirklich nicht verstanden.
Ich: "Wie bitte?"
Sie: "Haben Sie ein FAX?" - Schon etwas ungeduldig.
Ich: "Nein. Aber beim Portier draußen können Sie kostenlos faxen."
Sie: "grhdkjlr."
Kurze Pause.
Sie: "Wie ist das eigentlich, wer darf die Bibliothek benützen?" - Wieder lässt der Ton aus meiner Sicht ziemlich zu wünschen übrig.
Ich: "Lediglich Angehörige der XYZ".
Sie: "afgdsgksaöjdfioömcewitae". - Das Gemurmel war keine Einbildung meinerseits, der Kollege hat sie ebenfalls nicht verstanden. Was mich jedoch wirklich nervös gemacht hat, war, dass sich das Gemurmel etwas bedrohlich angehört hat ...

Kekse - wirklich?

Eine Besucherin hat ewig ihre Sachen ausgepackt und im Spind versperrt. Ich dachte mir schon, dass da sicher etwas im Busch ist und wartete bis sie alles zusammengekramt hatte und in die Bibliothek gehen wollte. Was hatte sie in ihren Händen? Block, Kuli, Marker, Kaffee und KEKSE! Sie grinst mich an und sagt "Hallo!", ich grüße zurück und sage "Speisen müssen draußen bleiben." "Welche Speisen." - Da wären wir wieder bei der Diskussion, ob auch Kekse Speisen sind ... "Die Kekse. Jede Arte von Speise muss draußenbleiben." "Wirklich? Das ist ja .... " Den Rest habe ich leider nicht verstanden, da sie ziemlich gemurmelt hat.

Mittwoch, 6. März 2013

Ungeduldige Bücherrückgabe

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass die BibliotheksbesucherInnen immer ungeduldiger werden und keine Sekunde warten können. Vor allem bei der Bücherrückgabe steigt die Ungeduld. Der/die BesucherIn kommt rein und schaut uns schon strafend an, da wir nicht gleich alles stehen und liegengelassen haben um seine/ihre Wünsche zu erfüllen. Wenn wir uns dann erheben (ca. 1 Sekunde nachdem der/die BesucherIn an das Pult getreten ist) und fragen, wie wir helfen können, kommt: "Ich möcht Bücher retournieren." Erst dann wird mühselig in der Tasche nach den Büchern gekramt und gekramt und gekramt ... Wenn die Bücher dann endlich gefunden werden, ernten wir einen bösen Blick, da die Rückgabe ja sooooooo lange dauert, weil wir bösen BibliothekarInnen die Bücher in den tiefen Taschen der BesucherInnen verstecken und nicht schon Stunden vorher zurücknehmen können, bevor diese überhaupt in die Bibliothek kommen ...

Freitag, 1. März 2013

Datenbanken mit Fernzugriff

Letztens in einer Bibliotheksschulung ...
Bibliothekarin: Wenn Sie von zuhause aus auf diesen Link klicken, haben Sie Fernzugriff auf die Datenbanken - ohne zusätzlichen Login können Sie somit von überall auf der Welt auf die Datenbanke zugreifen.
Studierende (welche tragischerweise tatsächlich aufgepasst hat): Aber Fernzugriff haben wir auf diese Datenbanken nicht?
B: Doch. Wenn Sie auf diesen Link klicken.
S: Was heißt eigentlich Fernzugriff? Dass ich nur über das Netz im Haus zugreifen kann?
B: Fernzugriff bedeutet, dass Sie auch von zuhause aus oder vom Ausland auf die Datenbank zugreifen, recherchieren und Artikel downloaden können.
S: Aha. Aber Fernzugriff haben wir nicht auf die Datenbanken???